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Drei Gesichter der Selbst­sabotage (3): Freeze 🧊

Stabil. Verlässlich. Angepasst. Doch im Kern: eingefroren. Deine „Freeze“-Glasdecke raubt dir Lebendigkeit und Energie. Erlaube dir groß zu sein UND Verbundenheit zu spüren.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (3): Freeze 🧊Drei Gesichter der Selbstsabotage (3): Freeze 🧊

Kennst du das?

Nach außen wirkt alles stabil. Dein Unternehmen läuft, dein Job ist sicher, du hast alles im Griff. Du wirst für deine Ruhe und Bodenständigkeit geschätzt. Eigentlich solltest du glücklich sein.

Eigentlich - denn in dir kämpfen zwei Stimmen:

Die erste Stimme hält dich zurück: „Hör endlich auf, dich immer zu stressen. Klein ist doch auch ganz schön.“ Doch die zweite Stimme flüstert: „Du könntest noch viel mehr Impact haben. Trau dich und gehe den nächsten Schritt.“

So ging es meiner Klientin Sabine. Die Beratung, die sie gegründet hatte, hatte das Potenzial, richtig groß zu werden. Ein visionärer Ansatz, Kunden und Top-Kandidaten standen Schlange. Doch nach einer schmerzhaften Restrukturierung, die sie bis an den Rand des Burnouts gebracht hatte, entschied sie: „Schluss mit dem Kampf. Lieber klein und sicher, als groß und visionär.“

Auf den ersten Blick klang das vernünftig. Doch nach und nach sprangen die ambitioniertesten Teammitglieder ab. Sabine selbst fühlte sich innerlich leer – als hätte sie sich gegen ihren Traum entschieden.

Das Beispiel von Sabine ist typisch die dritte der drei Glasdecken-Modi: Den Freeze-Modus.

Lies in diesem Blogartikel, wie sich der Freeze Modus zeigt, woher er kommt, welche Konsequenzen er hat und wie du ihn durchbrichst.

Die Freeze-Symptome

Menschen im Freeze-Modus stoßen an ihre Glasdecke, holen sich eine blutige Nase, ziehen sich zurück und sagen sich: „Klein ist doch auch ganz schön.“

Äußere Symptome

Freeze-Unternehmer halten ihre Firma (unbewusst) klein. Das Unternehmen bleibt bei 20–30 Mitarbeitenden stehen, obwohl die Nachfrage vielmehr hergäbe.

Ein Modus, der unglaublich weit verbreitet ist. 97% aller deutschen Unternehmen sind kleiner als 50 Mitarbeiter. Der Schnitt in diesem Größencluster liegt sogar nur bei 13 Mitarbeitern. Für viele dieser Unternehmen gibt es keine wirtschaftliche Logik, so klein zu bleiben.

Den Wachstumsdruck umgehen diese Unternehmer oft, in dem sie Leistungen anbieten, die schwer skalierbar sind. Komplexe Geschäftsmodelle, wenig Automatisierung, viel manueller Service. Externe Wachstumsfinanzierungen werden gemieden – aus der (nicht unberechtigten) Angst, Kontrolle zu verlieren. Gerne wird das dann verbrämt: „Wir bauen einen Small Giant“ oder „Wir wollen nicht dem Wachstumswahn verfallen.“

Auch viele ambitionierte Führungskräfte deckeln unbewusst ihre Karriere. Trotz exzellenter Arbeit verharren sie im Middle Management - und beklagen sich über „die inkompetenten Manager, die keine Ahnung vom echten Leben haben.“.

Mit dieser Begründung wird auch die Sichtbarkeit nach oben gemieden. Persönlicher Kontakt zum Top Management, interne Bewerbungen, Führungsprogramme? „So etwas kann man nicht einfordern – dafür muss man eingeladen werden.“ Und so bleibt die brillante Führungskraft, die längst bereit für mehr wäre, unsichtbar vor den Türen stehen.

Zudem tun sich Freeze-Führungskräfte oft schwer, zu delegieren: „Ich möchte mein Team nicht überfordern, lieber mache ich es selbst.“  Konflikte und unpopuläre Entscheidungen werden gescheut, Harmonie geht vor. Das Team erlebt sie als solide und verlässlich – aber nicht als Gestalter. Alles bleibt auf Erhalt des Status quo ausgerichtet.

Innere Symptome

Typisch für den Freeze-Modus ist eine ausgeprägte Ambivalenz: Auf der einen Seite die Sehnsucht nach Größe, Vision und Wirksamkeit. Auf der anderen die Angst, Zugehörigkeit oder Sicherheit zu verlieren, wenn du dich wirklich zeigst.

Auch Sabine wollte ursprünglich viel mehr erreichen. Doch sobald sie mal wieder mutiger war, führte ihr Freeze-Alter Ego sie in den Stillstand zurück:

  • „Ich will mehr – aber ist das ist anmaßend.“
  • „Ich habe viele Ideen – aber wer bin ich, sie umzusetzen?“
  • „Klein ist doch auch ganz schön – die da oben sind eh nur getrieben.“

Das Problem dahinter: Ein Selbstbild, das dich klein hält. Es sagt dir: „Wenn du herausstichst, verlierst du den Kontakt zu deiner Community.“ Auch dein Körper spiegelt den Freeze-Zustand. Deine Energie und das Gefühl der Wirksamkeit lassen nach. Du funktionierst – aber innerlich fühlst du dich leer. Aus der ursprünglichen Begeisterung werden Pflichtgefühl und eine bleierne Müdigkeit.

Unbewusste Vorteile

Von außen ist die Begrenzung der Freeze-Glasdecke offensichtlich: Menschen, die klein bleiben, die Chancen verpassen, ihre Größe zurückhalten. Eigentlich müssten sie doch sehen, das da mehr möglich ist. Warum machen die das nicht?

Doch die Wahrheit ist: Der Freeze ist eine hocheffektive Schutzstrategie – tief in unserem Nervensystem verankert, überlebenswichtig in bedrohlichen Situationen. Wenn Angriff (Fight) und Flucht (Flight) gescheitert sind, schaltet das Nervensystem auf „Totstellen“. Es ist der Versuch, Sicherheit in eienr unsicheren Welt zu schaffen.

Für die Betroffenen fühlt sich der Freeze-Modus zunächst super sinnvoll an, denn er bietet:

  • Stabilität: Du vermeidest Risiko, Chaos und Überforderung - gewinnst Ruhe und Sicherheit
  • Sicherheit: Wenn du unauffällig und klein bist, bist du weniger angreifbar.
  • Anerkennung: Du wirst für deine Verlässlichkeit und Bescheidenheit geschätzt, bist für keinen eine Gefahr.
  • Harmonie: Kaum Konflikte. Wenn es schwierig wird, duckst du dich weg oder gibst nach.

Diese Vorteile erklären, warum der Freeze-Modus so beharrlich ist. Er gibt Kontrolle, Stabilität und Harmonie.

Doch genau darin liegt die Gefahr: Was einst Schutz war, wird zur inneren Glasdecke. Sicherheit verwandelt sich in Stillstand. Harmonie wird zur Leere. Und Verlässlichkeit kippt in Irrelevanz.

Risiken & Nebenwirkungen

Der Preis für die Ruhe und Harmonie des Freeze-Modus ist hoch.

Für dich persönlich:

Du bleibst hinter deinen Möglichkeiten zurück. Deine Träume bleiben Entwürfe, deine Energie versiegt immer mehr. Aus der Stabilität wird innere Leere. Deine Lebendigkeit weicht Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zu Resignation.

Dein Körper spiegelt diese Starre: Verspannte Schultern, flacher Atem, niedriger Puls. Ein Leben im Energiesparmodus. Wenn Freeze zu lange anhält, drohen Erschöpfung, depressive Verstimmung oder psychosomatische Beschwerden. Der Körper macht sichtbar, was du innerlich längst weißt: Zu viel Sicherheit macht krank, wenn sie zum Gefängnis wird.

Für dein Unternehmen und dein Team:

Auch Organisationen können einfrieren. Nach außen wirken sie stabil – im Inneren fehlt Bewegung. Projekte werden verwaltet statt entwickelt. Entscheidungen ziehen sich, mutige Ideen werden zerredet.

Die besten Talente wandern ab, weil sie keine Perspektive sehen. Die, die bleiben, passen sich an. Initiative und Kreativität verkümmern. So entsteht eine Kultur des „bloß nichts riskieren“. Eine Organisation, die funktioniert, aber nicht inspiriert.

Genau das erlebte Sabine. Immer schwerer wurde es, die Top Leute zu halten. Im Markt verloren sie an Traktion, der strategische Vorteil war irgendwann aufgebraucht. Einfach nur das Unternehmen zu melken ist keine Strategie, wenn sich der Markt weiterdreht.

Risikofaktoren – woher kommt Freeze?

Auch der Freeze-Modus hat seine Wurzeln in unseren frühen Lebensjahren.

Viele Menschen, die im Freeze-Muster landen, haben schon als Kind erfahren: Sichtbarkeit ist gefährlich. Vielleicht wurdest du ausgelacht, gemobbt oder kritisiert, sobald du nach vorne getreten bist. Oder du hast ein Elternhaus erlebt, in dem Widerspruch oder eigene Wünsche zu Ärger führten.

Andere wuchsen in Familien auf, in denen sie im Hintergrund bleiben mussten: Ein krankes Geschwisterkind, überforderte Eltern, ständiger Streit – du hast dich zurückgenommen, um deine Familie nicht noch mehr zu belasten.

Oft stehen hinter dem Freeze-Modus auch Familien, in denen es Liebe und Anerkennung nur für die Anpassung, aber nicht für Individualität gab. Du wurdest dafür gelobt, wie brav und unkompliziert du bist, wie sehr du den Normen eures Umfeldes entsprachst - und wie wenig du für deine eigenen Bedürfnisse gekämpft hast.

Aus all diesen Erfahrungen wurden Botschaften, die sich tief ins Nervensystem eingebrannt haben:

  • „Halte dich zurück, habe keine Bedürfnisse – dann bist du sicher.“
  • „Wenn ich mich zu sehr zeige, verliere ich die Zugehörigkeit.“
  • „Sichtbarkeit führt zu Kritik – lieber unauffällig bleiben.“
  • „Anpassung ist wichtiger als Eigenständigkeit.“

Bei Sabine war es die Anpassung gewesen. Ihr Bruder hatte Probleme in der Schule, rebellierte, hatte ADHS. Sabine war das „gute Kind“, bei dem es einfach lief. Gute Noten, nette Freude, viele Interessen. Noch heute ist sie stolz darauf, wie unkompliziert sie ist.

Was ursprünglich ein Schutz war, wird zur Bremse, wenn du durchstarten willst. Du wächst, stößt an deine Glasdecke, spürst den Druck, größer zu werden – und ziehst dich zurück. Sicherheit statt Souveränität.

Die Sehnsucht – dein Ruf aus dem Erstarren

Irgendwann spürst du: Das kann nicht alles gewesen sein. Eine leise Stimme tief in dir sagt: „Da ist mehr.“ Mehr als Stabilität. Mehr als „funktionieren“. Mehr als unauffällig bleiben.

Das ist deine Sehnsucht – dein Ruf aus dem Erstarren.

Diese Sehnsucht erinnert dich daran, dass du eigentlich nicht für Sicherheit, sondern für Lebendigkeit gemacht bist. Sie will dich zurück ins Leben holen – dahin, wo du wieder spürst, was dich wirklich erfüllt. Wo du dich in deiner ganzen Kraft und Souveränität erlebst. Ein eigenständiger Mensch, der seine Bedürfnisse kennt und dafür sorgt, dass sie (angemessen) erfüllt werden.

Wenn du genau hinhörst, erkennst du, wonach sich dein Inneres sehnt:

  •  Sichtbarkeit ohne Gefahr
    Gesehen werden, ohne dich bedroht zu fühlen. Dein authentisches Selbst zeigen, ohne dafür „bestraft zu werden“.
  • Größe ohne Verlust
    Deine alte Angst sagt: „Wenn ich wachse, verliere ich Zugehörigkeit.“ Deine Sehnsucht sagt: „Ich darf groß sein – und trotzdem verbunden bleiben.“
  • Abgebenohne zu belasten
    Verantwortung teilen, ohne das Gefühl, andere zu überfordern. Spüren, dass Delegation kein Gewicht ist, das du auf andere abwälzt, sondern ein Geschenk an Vertrauen und Entwicklung.
  • Selbstwert aus dem Sein
    Anerkennung für das, was dich so besonders macht. Deine Ideen, deine unglaublich Kraft - nicht nur für Zurückhaltung und Anpassung.
  • Mut & Aufbruch
    Das Leben wieder spüren. Dich zeigen, ausprobieren, Fehler machen dürfen. Bewegung statt Starre. Abenteuer wagen, ohne dass dich das alte Alarmsystem sofort stoppt.

Die Sehnsucht des Freeze-Menschen ist Souveränität bei gleichzeitiger Verbundenheit – sichtbar und sicher, mutig und gehalten, frei und dennoch verbunden.

Sabine kannte diese Sehnsucht genau: Sie wollte endlich auf die große Bühne, sie sehnte sich nach einem inspirierenden Netzwerk von Menschen, die wie sie Unternehmen aufbauen. Und sie wollte endlich die Überverantwortung loswerden – wirklich delegieren, ohne Angst, ihr Team damit zu belasten.

Sie hat angefangen auf ihre Sehnsucht zuhören - und im Coaching an ihren Blockaden zu arbeiten.

Schritte durch die Glasdecke

Der Freeze-Modus löst sich nicht durch Abwarten – sondern durch Bewegung, Bewusstsein und kleine mutige Schritte. Auch die Freeze-Glasdecke löst sich nicht einfach so auf, sondern muss Stück für Stück abgebaut werden…

Diese fünf Schritte, holen dich besonders kraftvoll aus dem Freeze-Modus:

  • Gib deinen Träumen Raum
    Hör auf, deine Wünsche und Visionen als „naiv“ oder „anmaßend“ abzutun. Was dich ruft, ist kein Luxus – es ist dein Kompass. Mach deine Träume so stark, dass sie dich nach vorne ziehen. Stell dir vor, wie es sich anfühlt, wenn dein Unternehmen wächst, wenn du sprichst, wenn deine Idee sichtbar wird. Je lebendiger die Bilder, desto mehr Kraft entfalten sie.
  • Schaffe Klarheit
    Klarheit ist der erste Schritt aus der Erstarrung. Was willst du wirklich –für dich, dein Team, dein Unternehmen, dein Leben? Und was hält dich zurück? Sortiere die Stimmen in deinem Kopf: Welche gehört zur alten Angst, welche zu deiner wahren Größe?
  • Wage Sichtbarkeit
    Sichtbarkeit beginnt nicht auf der Bühne, sondern im Kleinen: In einem Meeting, in dem du gegenhältst. In einem Feedback, in dem du deine Bedürfnisse klar äußerst. Zeige, wofür du stehst und was du bereits geschafft hast – ohne dich zu rechtfertigen. Sichtbarkeit ist kein Risiko, sondern Ausdruck deiner Klarheit.
  • Echte Verbundenheit schaffen
    Suche Menschen, die dich wachsen sehen wollen. Umgib dich mit Menschen, die deine Größe inspirierend finden. Gehe bewusst in Kreise mit Menschen, die genauso mutig sind wie du und lass dich von ihrer Kraft tragen. Löse dich von Beziehungen, die dich klein halten. Wahre Verbundenheit entsteht nicht durch Anpassung, sondern durch Authentizität.
  • DeinenKörper aktivieren
    Dein Nervensystem ist die Starre gewohnt. Bewegung ist das Gegenmittel. Geh spazieren, atme tief, tanze, bewege dich. Lass deine Energie wieder fließen. Jede körperliche Aktivität, jeder bewusste Atemzug erinnert deinen Körper: „Ich bin lebendig.“

Der Weg aus dem Freeze-Modus ist eine bewusste Reise. Baue deine Glasdecke Stein für Stein ab. Starte klein: Manifestiere deine Vision in einem Bild. Mach dir klar, was du wirklich willst - und vertritt das in den nächsten Meetings. Suche dir ein, zwei inspirierende Sparringspartner. Feiere neue Erfolge und verankere sie im Selbstbild – bis sich deine Souveränität und Größe ganz natürlich anfühlt. Reflektiere deine Erfolge bewusst:

  • Wie hat sich das angefühlt?
  • Wo ist eine neue Präsenz entstanden?
  • Was wird damit neu möglich?

So wird jede kleine Erfahrung ein Schritt der Befreiung – Raus aus der Starre, hin zu deiner Lebendigkeit und einer Größe, die es dir erlaubt, nach den Sternen zugreifen.

Zurück zu Sabine

Wie ging es bei Sabine weiter?
Nach Jahren der Stagnation – und inneren Leere – kam der Moment, an dem ihr klar wurde: So geht es nicht weiter. Ihr Unternehmen lief, aber sie selbst war stehen geblieben.

Der Wendepunkt kam in einem stillen Moment. Sie saß an einem Freitagabend allein im Büro, blickte auf die leeren Stühle und spürte: „Ich habe etwas geschaffen, das funktioniert – mich aber nicht mehr erfüllt.“

Und dann begann sie, kleine Entscheidungen zu treffen:

  • Sie suchte gezielt Menschen, die größer dachten als sie selbst.
  • Sie bewarb sich um einen Branchenpreis, den sie jahrelang aus „Bescheidenheit“ gemieden hatte.
  • Sie eröffnete ihrem Team ihre Vision – groß, mutig, inspirierend.

Heute führt Sabine ihr Unternehmen anders: Souverän und mit großer Klarheit. Wachstum ist kein Risiko mehr, sondern Ausdruck ihrer Kraft.

Das ist die Einladung an dich:
Du musst nicht warten, bis du ganz erstarrst. Du kannst heute beginnen, dich wieder zu zeigen.

  • Weniger Anpassung, mehr Individualität.
  • Weniger Sicherheit, mehr Klarheit.
  • Weniger Kleinhalten, mehr Größe.

Und entsteht Schritt für Schritt eine neue Souveränität. Du kannst groß sein und dich trotzdem verbunden fühlen. Oder gerade deshalb: Denn Menschen, die bei sich sind, inspirieren uns ganz besonders.

 

TL;DR

Der Freeze-Modus ist die innere Glasdecke, die Stabilität verspricht – und unsere Souveränität raubt. Er fühlt sich vernünftig an, doch hinter der Ruhe lauern Stillstand, Unsichtbarkeit und ein schleichender Energieverlust.

  • Symptome: Unternehmer halten ihre Firma klein, vermeiden Risiko, bleiben im „Small Giant“-Modus. Führungskräfte verharren im Middle Management, meiden Sichtbarkeit und Konflikte. Nach außen stabil – innen leer und unbewegt.
  • Unbewusste Vorteile: Freeze schützt durch Sicherheit, Harmonie und Verlässlichkeit – kurzfristig fühlt es sich an wie ein sicherer Hafen. Wer sich klein hält, bleibt unangreifbar. Doch Sicherheit kippt in Stillstand, Harmonie in Leere, Verlässlichkeit in Bedeutungslosigkeit.
  • Risiken: Für dich: Energiemangel, Antriebslosigkeit, Verspannungen, psychosomatische Beschwerden, Verlust von Freude. Für dein Unternehmen: Stillstand, Talente wandern ab, Innovationen versanden. Stabil, aber irrelevant.
  • Herkunft: Geprägt durch frühe Erfahrungen von Überforderung oder Anpassung. Sichtbarkeit bedeutete Gefahr – durch Mobbing, überforderte Eltern oder kranke Geschwister. Du hast gelernt: „Halte dich zurück – dann bist du sicher.“
  • Die Sehnsucht: Sichtbar sein, ohne sich bedroht zu fühlen. Groß sein, ohne Zugehörigkeit zu verlieren. Leben statt funktionieren – Souveränität in Verbundenheit. „Ich darf wachsen, ohne einsam zu werden."
  • Die Schritte hinaus

    • Gib deinen Träumen Raum. Mach deine Vision so klar, dass sie dich inspiriert.
    • Schaffe Klarheit. Erkenne, was du wirklich willst – und welche Stimmen dich klein halten.
    • Wage Sichtbarkeit. Zeig dich im Großen und im Kleinen – das ist der Anfang deiner Freiheit.
    • Echte Verbundenheit schaffen. Suche mutige Kreise, die dich tragen, und löse dich von Beziehungen, die dich klein halten.
    • Deinen Körper aktivieren – überschreibe alte Muster mit neuen Erfahrungen, reflektiere Erfolge und spüre die Leichtigkeit, die entstehDer Weg durch die Glasdecke des Freeze-Modus heißt: Raus aus der Starre, rein in die Größe. Für dich einstehen, bewusst, frei und mutig.

 Der Weg durch die Glasdecke des Freeze-Modus heißt: Raus aus der Starre, rein in die Größe. Für dich einstehen, bewusst, frei und mutig.

Und nun zu dir

  • Wo in meinem Leben halte ich mich bewusst klein – und nenne es „vernünftig“?
  • Wann habe ich das letzte Mal etwas getan, das mich sichtbar gemacht hat – wirklich sichtbar?
  • Welche Stimmen in mir sagen: „Klein ist doch auch ganz schön“ – und wessen Stimmen sind das wirklich?
  • Was würde passieren, wenn ich mir erlaubte, groß zu denken – ohne Angst, jemanden zu verlieren?
  • Wo spüre ich in meinem Körper die Starre – und was bringt mich wieder in Bewegung?

Hier gibts mehr dazu…

Dein Weg durch die innere Glasdecke: Erfolg – und plötzlich läuft’s nicht mehr? Entdecke, wie du deine innere Glasdecke durchbrichst und das Leben führst, das wirklich zu dir passt.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (1):  ⚔️  Der Kampf. Stark, kontrolliert, unermüdlich. Doch im Kern: Erschöpft. Deine „Kampf“-Glasdecke hält dich fest –bis du den Mut findest, loszulassen. Denn wahre Stärke ist Gelassenheit, nicht Druck.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (2):  🏃🏽 Die Flucht. Inspirierend. Beweglich. Visionär. Doch im Kern: Rastlos. Deine „Flucht“-Glasdecke raubt dir Tiefe und Verbindlichkeit. Durchbrich sie – und finde echte Präsenz.

Leading Myself
Leading my Business

Drei Gesichter der Selbst­sabotage (2): Die Flucht 🏃🏽‍♂️

Inspirierend. Beweglich. Visionär. Doch im Kern: Rastlos. Deine „Flucht“-Glasdecke raubt dir Tiefe und Verbindlichkeit. Durchbrich sie – und finde echte Präsenz.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (2): Die Flucht 🏃🏽‍♂️Drei Gesichter der Selbstsabotage (2): Die Flucht 🏃🏽‍♂️

Sätze, die ich von Gründer:innen und Führungskräften immer wieder höre. Und die eine Frage triggern: Geht es wirklich um den Aufbruch ins Neue – oder sehe ich hier die Glasdecke im Flucht-Modus 🏃🏽‍♂️?

Eine innere Glasdecke, die sich wie Freiheit anfühlt und doch rastlos macht. Sie verspricht Leichtigkeit, Abenteuer, Inspiration. In Wahrheit raubt sie Tiefe, Verbindlichkeit und das Gefühl, anzukommen.

👉 Unternehmer im Flucht-Modus glänzen am Start, lieben die Energie des Neuen – und springen weiter, bevor Strukturen und Stabilität entstehen. Manche werden zu Serial Foundern, die ihre Firmen verlassen, ehe diese auf eigenen Füßen stehen.

👉Führungskräfte im Flucht-Modus jobhoppen alle paar Jahre. Sie lieben Kick-offs und Innovations-Projekte –meiden aber die Verantwortung, Konflikte und die Mühen des Dranbleibens.

Ein Extrembeispiel aus der Szene: Das Samwer-Playbook – hit fast, exit fast. Alando ging nach wenigen Wochen an eBay, CityDeal nach Monaten an Groupon. Viele dieser Firmen wurden später integriert oder eingestellt – oft, bevor die Organisationen wirklich reif waren. Das zeigt die Verlockung von Tempo ohne Tiefe: schnell anstoßen, früh raus – und der Nächste bitte.

Das Tragische: Flucht wirkt dynamisch, ist aber ein Teufelskreis. Euphorie am Anfang, Ernüchterung, wenn es ernst wird – und dann der Impuls: „Zeit für was Neues.“

Und doch: Jenseits der Rastlosigkeit gibt es eine Sehnsucht. Eine, die sagt: „Ich will präsent – und trotzdem frei sein.“

In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie sich der Flucht-Modus zeigt, woher er kommt, welche Folgen er hat – und wie du diese Glasdecke hinter dir lässt, um endlich nachhaltig erfolgreich zu sein.

Die Flucht-Symptome

Menschen im Flucht-Modus meiden Tiefe und Präsenz. Sie starten neu – und springen weiter, bevor es verbindlich wird. Ihr Motto: „Solange ich neu anfange, fühle ich mich frei. Aber wehe, ich muss bleiben und mein Projekt zu Ende führen.“

Äußere Symptome

Von außen wirken Menschen im Flucht-Modus oft wie Visionäre: Voller Ideen, elektrisierend, immer unterwegs ins Neue. Sie lieben den Zauber und die Energie des Neubeginns. Hinter dieser Dynamik steckt jedoch ein Muster, das langfristig mehr kostet, als es gibt: die Bewegung weg von dem, was Tiefe, Bindung und Durchhaltevermögen erfordert.

Unternehmer im Flucht-Modus glänzen in den ersten Phasen. Sie lieben das Feuer des Neuen, die erste große Pitches oder Launches mit sich bringen.

Doch wenn es darum geht, Strukturen aufzubauen und Prozesse zu stabilisieren, fühlen sie sich wie eingesperrt und ziehen weiter. Sie starten Side-Businesses, erfinden ständig neue Produktideen – während das Kerngeschäft zunehmend unter der mangelnden Aufmerksamkeit leidet.

Ein solches Umfeld habe ich in meiner Zeit beim Company Builder etventure erlebt: Visionäre, charismatische Gründer – und ein Unternehmen, um dessen Beratungskern herum Dutzende Start-ups und Joint Ventures entstanden, von denen keines so richtig abgehoben hat.

Andere Unternehmer im Flucht-Modus werden zu Serial Foundern, die ihre Firmen verlassen, bevor diese überhaupt reif werden. Was nach mutigem Unternehmertum aussieht, ist in Wahrheit oft ein Ausweichen: Lieber getriebener Gründer bleiben, als zu einem souveränen, reifen Leader zu werden.

Führungskräfte im Flucht-Modus zeigen ein ähnliches Muster. Sie lieben den Einstieg in neue Rollen, neue Projekte, neue Organisationen. Alle zwei, drei Jahre – manchmal noch schneller – der nächste Wechsel. begeistert, wenn es um Innovation oder Kick-offs geht, doch zurückhaltend, wenn es ernst wird: tiefere Beziehungen aufbauen, Konflikte austragen, stabile Strukturen schaffen.

Verantwortung übernehmen heißt für sie oft: „initiieren, aber nicht durchtragen“. Nach außen wirken sie inspiriert, charismatisch, immer in Bewegung. Doch das Team spürt schnell: Hier fehlt der lange Atem, es fehlt jemand, der auch in harten Zeiten an ihrer Seite bleibt.

Innere Symptome

Was von außen wie Mut wirkt, fühlt sich innen oft anders an: Rastlos, gehetzt, nie wirklich angekommen. Der innere Kompass folgt weniger einer Vision als der Angst, festzustecken.

  • Euphorie – Ernüchterung – Flucht: Der Kick des Neuen beflügelt. Doch sobald es tiefer geht – mit Strukturen,Verantwortung, Konflikten – bricht die Energie weg. Statt durchzuhalten, meldet sich die innere Stimme: „Zeit für was Neues.“
  • Narrativ des „falschen Ortes“: Immer wieder entsteht der Gedanke: „Hier passe ich nicht.“ oder „Die sehen mein Potenzial nicht.“ Statt die eigenen Muster zu hinterfragen, wird das Außen gewechselt.
  • Freiheit vs. Bindung: Tiefe Beziehungen, Routinen, feste Rollen lösen ein Gefühl von Bedrohung aus – als würde man Freiheit verlieren. Ein Neustart wirkt sicherer, weil er offen und unverbindlich bleibt.
  • FOMO und Idealbilder: Das, was man (noch) nicht hat, wirkt verlockender als das, was gerade ist. Der neue Job, das nächste Projekt, die andere Stadt – alles scheint verheißungsvoller als das Verweilen.

Das Neue wird idealisiert, das Bestehende abgewertet. Doch die Freiheit, die man sucht, kippt ins Gegenteil: Man bleibt getrieben, unruhig, auf der Flucht vor sich selbst. Ein echtes Ankommen scheint unmöglich.

Mittelfristig wird aus dem Kick des Neuen der Frust über fehlende Nachhaltigkeit: viele Starts, wenige Landungen – das erzeugt Leere, Zynismus und den Drang, noch schneller zu wechseln. Denn vielleicht wird es beim nächsten Mal endlich besser.

Gleichzeitig wächst die Angst, nichts beitragen zu können. Wenn die eigenen Stärken nicht erlebt und weiterentwickelt werden, entsteht das Gefühl, bedeutungslos zu sein – Jeder Flucht-Move macht uns ein Stückchen kleiner.

Unbewusste Vorteile

Von außen wirkt das Flucht-Muster wie mangelnde Konsequenz oder Verbindlichkeit. Doch wie bei allen Glasdecken steckt auch hinter der Flucht eine Schutzstrategie, die tief in unserem Nervensystem verankert ist.

Deine Fähigkeit, dich dem System zu entziehen, war für dich vielleicht einmal überlebenswichtig. Und fühlt sich deshalb auch so sinnvoll an.

  • Sicherheit im Neuanfang: Wer wegläuft, vermeidet Konfrontation. Das Neue verspricht ein „Grünes Feld“ ohne Konflikte, Kritik oder Enttäuschung.
  • Kick der Freiheit: Neustarts bringen das Gefühl, frei und ungebunden zu sein. Für einen Moment ist alles möglich – keine Verpflichtung, keine Last.
  • Selbstwert im Startmoment: Der Anfang wird bewundert – Vision, Energie, Mut. Das gibt Bestätigung und nährt das Selbstbild: „Ich bin jemand, der Neues schafft.“
  • Schutz vor Bindung und Tiefe: Indem man früh weiterzieht, vermeidet man die Verletzlichkeit, die mit Nähe, Verantwortung oder Konflikten einhergeht.

Diese Vorteile erklären, warum das Fluchtverhalten so hartnäckig ist. Es liefert kurzfristig Energie, Selbstwert und Schutz. Doch irgendwann kippt der Nutzen ins Gegenteil: Sicherheit wird zu Rastlosigkeit, Freiheit zur Unverbindlichkeit, Inspiration zur Zersplitterung und Schutz zur Isolation.

Am Ende verhindert Flucht genau das, wonach man sich sehnt: Anzukommen, Tiefe zu erleben, ein Werk zu schaffen, das Bestand hat.

Die Folgen der Flucht

Im ersten Moment fühlt sich Flucht wie Befreiung an – mit der Zeit wird der Preis sichtbar.

Für dich persönlich:

Du bezahlst mit Rastlosigkeit. Die Euphorie des Neustarts weicht der Ernüchterung. Statt innerer Ruhe wächst die Zerrissenheit: Überall unterwegs, nirgends wirklich angekommen. Beziehungen bleiben an der Oberfläche, berufliche Stationen hinterlassen wenig Tiefe.

Langfristig entstehen Selbstzweifel: „Warum bleibe ich nirgendwo? Warum wiederholt sich das? Was ist mein Mehrwert?“ Jeder Abbruch nagt am Selbstbewusstsein; der innere Kritiker wird lauter, das Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Dinge durchzuhalten, schrumpft.

Auch der Körper leidet: Schlaflosigkeit, Nervosität, Magenprobleme oder Herzklopfen sind typische Begleiter des Flucht-Modus.

Für dein Unternehmen und dein Team:

Auch Organisationen tragen die Kosten. Unternehmer im Flucht-Modus verlassen ihre Firma oft zu früh – meist gerade in dem Moment, in dem aus Vision Stabilität entstehen müsste. Die Folge: Unternehmen verlieren ihre Richtung, bevor sie sie wirklich gefunden haben.

In der Führung zeigt sich Flucht als mangelnde Verbindlichkeit: Inspirierende Starts, wenig Konstanz im Alltag. Teams, deren Leader immer schon beim nächsten Abenteuer sind, verlieren Orientierung und Motivation.

Noch schlimmer: Sie lernen, Ideen „abzuwarten“ – wie bei einem früheren Kollegen, der täglich neue Impulse ins Team kippte, sie aber oft schon am nächsten Tag vergaß. Die Reaktion: Nicht sofort aufnehmen, sondern erst mal auf die lange Bank schieben – vielleicht ist es morgen ohnehin obsolet. So führt ein zu viel an Ideen zur Stagnation.

Langfristig entsteht eine Kultur der Zersplitterung: viele gute Ideen, wenig Substanz. Unternehmen wirken dynamisch – aber ohne Fundament. Talente wandern dorthin ab, wo wirklich etwas Dauerhaftes geschaffen wird.

Woher kommt der Kampf?

Der Flucht-Modus entsteht dort, wo Bindung und Stabilität nicht verlässlich waren – und wo Weggehen der einzige Ausweg schien.

Viele Menschen im Flucht-Muster haben früh gelernt: Nichts bleibt, wie es ist. Vielleicht gab es häufige Umzüge, wechselnde Schulen, neue Bezugspersonen. Bindungen waren nie sicher – und emotionale Distanz wurde zur Überlebensformel.

Andere haben schwere Verluste erlebt: Trennungen der Eltern, emotionale Abwesenheit, sogar Tod naher Menschen. Die Botschaft war: „Verlass dich lieber nicht zu sehr – es könnte dir wieder genommen werden.“

Manche haben erlebt, dass Freiheit und Selbstbestimmung in der Familie kaum Platz hatten. Eltern waren so dominant, dass für das Kind kaum mehr Raum war. Es sei denn, sie haben sich dem System entzogen: Lieber fliehen, als sich einengen zu lassen.

Hinzu kommen neurobiologische Faktoren wie AD(H)S: Eine erhöhte Reiz- und Neuheitssuche, schnelle Langeweile bei Routine, Schwierigkeiten in der Selbststrukturierung. All das kann das Flucht-Muster verstärken.

Aus solchen Erfahrungen prägen sich Glaubenssätze, die bis heute wirken:

  • „Ich passe hier nicht – woanders ist es besser.“
  • „Nichts ist von Dauer – deshalb lohnt es sich nicht, zu tief zu investieren.“
  • „Wenn es eng wird, muss ich raus.“
  • „Bleiben heißt, mich zu verlieren.“
  • „Routine tötet meine Energie – ich brauche ständig Neues.“

Was einst Schutz war, wirkt heute wie eine unsichtbare Bremse: Statt zu bleiben, wenn es wichtig wäre, gehst du. Statt in die Tiefe zu wachsen, bleibst du in der Öberflächlichkeit.

Die Sehnsucht – dein Ruf aus der Flucht

Wer im Flucht-Muster lebt, kennt das Gefühl: Immer auf dem Sprung, immer in Bewegung. Frei aber gehetzt. Doch mitten in der Rastlosigkeit meldet sich ein anderes Verlangen. Kein neuer Kick, kein nächstes Projekt – sondern die Sehnsucht, endlich anzukommen.

Es ist die Stimme in dir, die sagt:
„Ich will nicht mehr weglaufen. Ich will bleiben – und trotzdem frei sein.“

Wenn du genau hinhörst, erkennst du, wonach du dich tief im Herzen sehnst:

  • Ankommen statt Ausweichen
    Die Sehnsucht, irgendwo zu bleiben, tiefer zu gehen, Wurzeln zu schlagen – ohne das Gefühl, dich selbst zu verlieren.
  • Tiefe statt Oberfläche
    Nicht nur inspirieren und starten, sondern Beziehungen und Projekte so pflegen, dass sie wachsen und Bestand haben. Und du dich endlich einmal geborgen fühlen kannst.
  • Verbindlichkeit statt Fluchtinstinkt
    Spüren, dass Verbindlichkeit kein Gefängnis ist, sondern Verlässlichkeit und Verbundenheit schafft – für dich und für andere. In dieser Verlässlichkeit entsteht Raum für Entspannung: Ich darf loslassen; andere stehen für mich ein.
  • Selbstwert aus Kontinuität
    Erleben: „Ich bin nicht nur der Anfang. Ich bin auch die, die durchhält. “Anerkennung nicht nur für Energie, sondern auch für Beständigkeit. Wer die Flucht hinter sich lässt, kann Großes schaffen – und sein Lebenswerk genießen.
  • Freiheit in der Bindung
    Die Erfahrung, frei zu sein und dennoch Teil von etwas Größerem – dass Zugehörigkeit nicht Verlust bedeutet, sondern Halt.

Auf den Punkt gebracht:
Die Sehnsucht des Flucht-Menschen ist Freiheit in der Präsenz:
Agil UND verwurzelt, inspiriert UND verlässlich, frei UND verbunden.

Schritte durch die Glasdecke

Die Glasdecke der Flucht durchbrichst du nicht mit dem nächsten Neustart.

Du baust sie ab, wenn du bleibst. Wenn du Tiefe zulässt, auch wenn sie sich anfangs eng anfühlt. Wenn du lernst, dass Freiheit nicht im Davonlaufen liegt, sondern im Ankommen – und wenn du das mit kleinen, mutigen Schritten erprobst.
Feiere deine kleinen Bleibe-Erfolge bewusst und integriere sie in dein Selbstbild.

Fünf Schritte aus dem Flucht-Modus

1. Deine Energie bündeln
Statt deine Kraft auf diverse Baustellen zu verteilen, wähle eine bis zwei, die du wirklich durchziehen willst. Fokussiere auf das Wesentliche – und gib der Versuchung des nächsten „Kicks“ nicht sofort nach. Jeder bewusste Verzicht ist ein Schritt in die Tiefe.

2. Das Bleiben üben
Der Fluchtimpuls kommt oft, wenn Dinge zäh werden: Routinen, Konflikte, Verantwortung. Übe Aushalten. Sag dir: „Jetzt bleibe ich – auch wenn es unbequem ist.“ Bleiben ist ein Muskel, der trainiert werden kann.

3. Verbindlichkeit eingehen
Sag bewusst Ja – zu einem Projekt, einer Rolle, einer Beziehung. Gibt ein Committment, das über die Anfangseuphorie hinausreicht. Verbindlichkeit ist kein Gefängnis, sondern schafft Klarheit: Für dich und für alle, die mit dir arbeiten oder leben. Dein Wort hat Gewicht – besonders, wenn es herausfordernd wird.

4. Tiefe suchen
Suche die Energie der Tiefe. Beziehungen vertiefen, Strukturen pflegen, echte Meisterschaft erreichen - auch wenn es langweilig wirkt. Tiefe entsteht durch Zeit, Wiederholung, Auseinandersetzung. Hier wächst die Substanz, die eine Flucht nie zulässt.

5. Freiheit neu definieren
Freiheit heißt nicht, ständig wegzurennen. Wahre Freiheit entsteht, wenn du bleibst und dich trotzdem nicht verlierst. Erkenne: „Ich bin frei, auch wenn ich mich binde.“ Diese Freiheit ist tiefer und nachhaltiger als jeder neue Anfang.

Der Weg aus dem Flucht-Modus ist eine bewusste Reise. Das Muster sitzt tief im Nervensystem und äußert sich als starke Reflexe in Gedanken, Gefühlen und Verhalten. Du zertrümmerst die Glasdecke nicht mit einem kühnen Hammerschlag – du baust sie Stein für Stein ab.

Starte klein: Wähle einen klaren Fokus, bei dem du drei Monate bleibst. Nimm dir ein Strukturprojekt vor und erlebe, wie gute Strukturen eure Arbeit leichter machen. Feiere neue Erfolge und verankere sie im Selbstbild – bis sich Bleiben natürlich anfühlt.

Reflektiere deine Erfolge bewusst:

  • Wie hat sich das angefühlt?
  • Wo ist eine neue Präsenz entstanden?
  • Was wird damit neu möglich?

So wird jede kleine Erfahrung ein Schritt der Befreiung – weg von der Flucht, hin zu Präsenz, in der du Großes schaffen kannst.

Zurück zum Anfang

„Mich kickt der Start …“ – vielleicht war das lange dein Motor. Aber der echte Anfang ist nicht der Launch. Dein echter Anfang ist das Bleiben. Stell dir vor, dein Fokus liegt nicht mehr auf dem nächsten Kick, sondern darauf, etwas wahrhaft Großes zu schaffen.

Beginne heute, die innere Glasdecke der Flucht Stein für Stein abzutragen:

  • Weniger Hektik, mehr Verbindlichkeit.
  • Weniger Wegrennen, mehr Ankommen.
  • Weniger Oberflächlichkeit, mehr Tiefe.

Denn echte Freiheit entsteht nicht im ständigen Weiterziehen – sondern in der Präsenz und im langfristigen Gestalten.

So wird aus der „Zeit für was Neues“ die „Zeit für das, was zählt“.

 

TL;DR

Flucht wirkt wie Freiheit – ist aber eine innere Glasdecke. Sie liefert den Kick des Neuanfangs, raubt dir jedoch Tiefe, Stabilität und das Gefühl, wirklich anzukommen.

Symptome: Unternehmer springen von Projekt zu Projekt, starten Side-Businesses oder wechseln zu früh in die nächste Gründung; Führungskräfte jobhoppen, lieben Kick-offs, meiden jedoch Konsolidierung und Konflikte. Außen: inspirierend & schnell. Innen: rastlos, kurzatmig.

Unbewusste Vorteile: Neustarts geben Sicherheit (Kontrolle über den Anfang), Freiheit (keine Verpflichtungen) und anfänglichen Selbstwert (Bewunderung für Momentum). Kurzfristig Gewinn – langfristig ein Kreislauf ohne Ankommen.

Risiken: Für dich: Rastlosigkeit, Selbstzweifel, Schlaf/Nervensystem unter Druck; Gefühl, „nirgends zu Hause“ zu sein. Für dein Unternehmen oder Team: Fragmentierte Erfolge, viele Initiativen – wenig Abschluss; Orientierung bröckelt, Talente wandern ab. Dynamik ohne Fundament.

Herkunft: Oft geprägt durch Unsicherheit in Kindheit und Jugend – wechselnde Umgebungen, Verluste oder fehlende Stabilität. Der tiefe Glaubenssatz: „Bleiben ist riskant – rausgehen ist sicherer.“ Verstärker können Neuheitssuche/AD(H)S-Muster sein.

Die Sehnsucht: Ankommen, Tiefe, Verbindlichkeit. Erleben: „Ich bin frei – auch wenn ich bleibe.“ Präsenz statt permanenter Bewegung.

Die Glasdecke durchbrechen:

  • Energie bündeln: Weniger Baustellen, nachhaltiger, dauerhafter Erfolg.
  • Bleiben üben: Aushalten, wenn Routine, Verantwortung oder Reibung kommen.
  • Verbindlichkeit eingehen: Ein bewusstes Ja geben – und halten.
  • Tiefe suchen: Beziehungen, Strukturen, Produkte weiterentwickeln statt neu starten.
  • Freiheit neu definieren: Freiheit nicht im Weglaufen, sondern im Ankommen finden.

👉 Der Weg durch die Glasdecke der Flucht heißt: Präsenz statt Weglaufen. Tiefe statt Oberfläche. Freiheit im Ankommen.

Und nun zu dir

  • Wo in meinem Leben starte ich begeistert – verliere aber die Lust, wenn es anstrengend oder verbindlich wird?
  • Wie gehe ich mit Verbindlichkeit um – in Beziehungen, Projekten oder Rollen? Ziehe ich mich zurück, sobald echte Nähe oder Verantwortung entsteht?
  • Welche Geschichten erzähle ich mir, um Neustarts zu rechtfertigen? („Hier schätzen sie mich nicht …“, „Dort wartet die große Chance …“)
  • Wie würde es sich anfühlen, nicht wegzugehen – sondern zu bleiben, auszuhalten und tiefer zu gehen? Was wird dann möglich?

 

Hier gibts mehr dazu…

Dein Weg durch die innere Glasdecke: Erfolg – und plötzlich läuft’s nichtmehr? Entdecke, wie du deine innere Glasdecke durchbrichst und das Leben führst, das wirklich zu dir passt.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (1):  ⚔️  Der Kampf. Stark, kontrolliert, unermüdlich. Doch im Kern: Erschöpft. Deine „Kampf“-Glasdecke hält dich fest –bis du den Mut findest, loszulassen. Denn wahre Stärke ist Gelassenheit, nicht Druck

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Drei Gesichter der Selbst­sabotage (1): Der Kampf ⚔️

Stark, kontrolliert, unermüdlich. Doch im Kern: Erschöpft. Deine „Kampf“-Glasdecke hält dich fest – bis du den Mut findest, loszulassen. Denn wahre Stärke ist Gelassenheit, nicht Druck.

„Nur, wenn ich anschiebe, passiert was.“

„Ich muss immer der härteste Arbeiter im Raum sein.“

Sätze, die ich von Unternehmern und Führungskräften regelmäßig höre.
Sie sollen Stärke signalisieren – doch in Wahrheit verraten sie etwas anderes:
eine innere Glasdecke im Kampf-Modus ⚔️.

Am Anfang einer Gründung oder unserer Karriere mag dieses Muster hilfreich sein. Aber irgendwann knallt es.

Ein Beispiel dafür ist Dirk Rossmann.

Ein großartiger, kraftvoller und innovativer Unternehmer.

1972 eröffnete er den ersten Selbstbedienungs-Drogeriemarkt in meiner Heimatstadt Hannover. Heute gehören fast 5.000 Filialen zu seinem Unternehmen.

Doch 1996 stand alles auf der Kippe. Rossmann wuchs rasant – getrieben vom Druck des Gründers. Dirk Rossmann war ständig im Kampf – mit anderen und sich selbst.

„Den größten Kampf habe ich in den 90er Jahren bestritten. Wir expandierten stark, hatten viele Bankschulden, ich spekulierte an der Börse. Meine innere Ruhe blieb dabei auf der Strecke, ich wurde nervös. Auch ein guter Chef war ich nicht. In dieser Zeit habe ich nur wenig geschlafen." Am Ende erlitt ich einen Herzinfarkt. Das war eine furchtbare Zeit."

Dirk Rossmann

Der Herzinfarkt wurde zum Wendepunkt – zum Ruf, seine innere Glasdecke zu durchbrechen und ein nachhaltiges Unternehmen aufzubauen.

In diesem Blogartikel zeige ich dir, wie sich der Kampf-Modus zeigt, woher er kommt, welche Konsequenzen er hat – und wie du diese Glasdecke hinter dir lässt, bevor dein Körper dich dazu zwingt.

Die Kampf-Symptome

Menschen im Kampf-Modus wollen ihre Glasdecke nicht akzeptieren. Sie holen sich eine blutige Nase – und schieben mit noch mehr Druck dagegen. Ihr Motto: „So lange ich Druck mache, läuft’s. Aber wehe, ich lasse los.“

Äußere Symptome

Unternehmer im Kampf-Modus treiben ihre Firma mit schierem Willen voran. Wachstum ist keine Option, sondern ein Befehl: „Wir müssen expandieren – koste es, was es wolle.“ So wachsen Unternehmen schnell – aber oft ungesund.

Typisch ist eine Führung mit enormer Kontrolle: Alles läuft über die Unternehmerin, jedes Detail muss durch ihre Hände gehen. Entscheidungen und Verantwortung werden zentralisiert – selbst gegen den Rat des Teams. Der Unternehmer Hans Thomann hatte bis vor wenigen Jahren noch 46 direkte Reports – ein Symbol für diese Haltung.

Die Folge: Erschöpfte Mitarbeitende, hohe Fluktuation, innere Kündigung. Talente sehnen sich nach einem menschlicheren Arbeitsklima und gehen.

Besonders brisant wird es, wenn der innere Druck der Gründer auf den äußeren Druck der Investoren trifft. Dann entsteht ein wahrer Teufelskreis: Getrieben sein UND getrieben werden. Beispiele wie WeWork oder Gorillas zeigen eindrücklich, wohin Kampf-Strategien in Verbindung mit Wachstumsdiktaten führen: spektakuläres Wachstum, gefolgt von ebenso spektakulären Abstürzen.

Kurzfristig bringt dieser Modus beeindruckende Ergebnisse. Doch langfristig hinterlässt er Angstkultur, Vertrauensverlust und verbrannte Teams.

Führungskräfte im Kampf-Modus wirken nach außen durchsetzungsstark. Sie treiben Projekte mit Energie voran, fordern Leistung und scheinen unermüdlich. Doch der Preis ist hoch. Ihre Teams erleben sie als Mikromanager: Jede E-Mail wird korrekturgelesen, jede Entscheidung geprüft, jedes Detail kontrolliert. Das Gefühl: „Mein Chef vertraut mir nicht.“

Mitarbeitende fühlen sich entmündigt, klein gemacht, zu Befehlsempfängern degradiert. Konflikte sind an der Tagesordnung – denn Druck erzeugt Gegendruck. Manche passen sich still an, andere gehen in offene Rebellion. Am Ende bleibt ein Team, das zwar liefert, aber ohne Bindung an die Führungskraft.

Innere Symptome

Der Kampf-Modus fühlt sich an wie ein nie endender Dauerlauf. Selbst nach großen Erfolgen kommt höchstens ein kurzes Aufatmen, bevor der nächste Beweis fällig wird. Denn im Kern treibt dich der Gedanke: „Ich muss beweisen, dass ich stark, unersetzlich und unverzichtbar bin.“

Typische Gedanken sind:

  • „Ohne mich geht hier gar nichts.“
  • „Nur wenn ich Druck mache, kommen wir weiter.“
  • „Andere können das nicht – ich muss es selbst tun.“
  • „Wenn ich locker lasse, bricht alles ein.“
  • „Ich darf nie Schwäche zeigen – sonst verliere ich Respekt.“

Das Problem dahinter ist ein Selbstbild, das Leistung und Kontrolle über alles stellt. Es sagt dir: „Nur wenn du mehr leistest als alle anderen, bist du genug.“

Die mutige Stimme in dir, die flüstert: „Ich bin okay so, wie ich bin – auch ohne Beweise“, wird konsequent zum Schweigen gebracht. Stattdessen treibt dich dein innerer Antreiber an wie ein schwarzer Peitschenmann: ständig fordernd, nie zufrieden.

Dein Körper reagiert entsprechend: Chronischer Alarmzustand. Kein Loslassen, kein Durchatmen. Selbst Pausen fühlen sich gefährlich an – als würdest du sofort an Bedeutung verlieren. Ein Klient brachte es einmal auf den Punkt: „Wenn ich nur noch 40 Stunden die Woche arbeite – bin ich dann überhaupt noch etwas wert?“

Unbewusste Vorteile

Von außen wirkt der Kampf-Modus hart und destruktiv: Druck, Kontrolle, Mikromanagement. Und trotzdem ist er für die Menschen dahinter eine Schutzstrategie. Tief im Nervensystem verankert, gibt er Sicherheit in Situationen, die sich bedrohlich anfühlen.

Auf einer unbewussten Ebene ist der Kampf total sinnvoll:

  • Kontrolle als Sicherheit: Wer alles imGriff hat, kann nicht überrascht werden.
  • Leistung als Selbstwert: Ständige Ergebnisse geben das Gefühl, unersetzlich zu sein.
  • Druck als Antrieb: Unter Stress läuft das System tatsächlich kurzfristig zu Höchstform auf – Adrenalin wird zum Motor.
  • Anerkennung durch Stärke: Nach außen gilt man als durchsetzungsstark, unermüdlich, jemand, „der den Laden zusammenhält“.  

Diese Vorteile machen den Kampf-Modus verführerisch. Sie vermitteln kurzfristig Bedeutung, Stabilität und Schutz.

Doch der Nutzen kippt schnell ins Gegenteil: Kontrolle wird zu Misstrauen, Leistung zu Getriebenheit, Druck zur Erschöpfung und Stärke zu Isolation. Was einst ein Schutz war, wird zur Falle – und aus der scheinbaren Stärke entsteht langfristig Schwäche.

Die Folgen des Kampfes

Die Stärke und der Druck des Kampf-Modus haben einen hohen Preis.

Für dich persönlich:
Du lebst in einem ständigen Alarmzustand. Jeder Erfolg bringt nur ein kurzes Aufatmen, bevor der nächste Beweis fällig wird. Freude und Leichtigkeit kommen kaum vor. Stattdessen wächst die Angst, die Kontrolle zu verlieren – und mit ihr alles, was du aufgebaut hast.

Dein Körper spiegelt diese Daueranspannung: Schlafstörungen, Verspannungen, Bluthochdruck. Viele leben wie auf Adrenalin – bis der Körper irgendwann streikt: Burnout, Herzinfarkt, Zusammenbruch - oft abrupt nach Jahren scheinbarer Stärke. Was dich kurzfristig antreibt, wird langfristig zerstörerisch.

Für dein Unternehmen und Team:
Auch Organisationen tragen die Kosten. Druck erzeugt zwar Ergebnisse, aber selten Committment und Innovation. Mitarbeitende funktionieren – doch nicht aus Begeisterung, sondern aus Angst. Kreativität, Mut und Bindung bleiben auf der Strecke.

„Ich habe von den Mitarbeitern sehr viel Leistung erwartet, aber selbst zu wenig gegeben.“

Dirk Rossmann

Die Kultur kippt ins Toxische: Fehler werden bestraft, Vertrauen erodiert, Talente wandern ab. Was bleibt, ist eine erschöpfte Belegschaft, die liefert – aber ohne Inspiration.

Kurzfristig mag der Kampf-Modus beeindrucken. Langfristig hinterlässt er verbrannte Erde – in dir selbst und in deinem Unternehmen.

Für dein Privatleben

Du bist, wer du bist - Kämpfer werden auch zuhause selten zum Ruhepol der Familie. Die Familie und Freunde haben oft das Gefühl, zu kurz zu kommen. Die Beziehungen leiden oft unter der Dominanz und der ständigen Arbeit. Viele Kontakte sind nur funktional, Tiefe ist selten möglich.

Risikofaktoren – woher kommt der Kampf?

Wie alle Glasdecken-Strategien wird auch der Kampf-Modus meist schon in der Kindheit und Jugend geprägt. Er war ein Schutz in Situationen, in denen „Funktionieren“ und „Durchhalten“ überlebenswichtig waren.

Viele Menschen im Kampf-Muster sind in leistungsorientierten Elternhäusern groß geworden. Liebe und Anerkennung vor allem für Leistung, Erfolg oder Stärke - selten für das einfache Dasein. Schwäche wurde kritisiert oder ignoriert. Einige Erfolgsunternehmer – wie Hans Thomann oder Reinhold Würth – stiegen schon als Kinder mit in den Betrieb ein. Der Stolz des Vaters ist der größte Lohn. In der Doku „Behind the Passion“ konstatiert die Frau von Hans Thomann sehr berührend: „Ich glaube, dass er es tatsächlich noch immer nicht für sich tut, sondern für seinen Papa.“

Andere mussten viel zu früh Verantwortung übernehmen – für Geschwister, für die Stimmung zu Hause, manchmal sogar für die Eltern selbst. Die Botschaft: „Wenn du nicht stark bist, bricht alles zusammen.“ So wie bei Dirk Rossmann, dessen Vater überraschend starb, als er 12 war. Schon mit 14 trug er zum Unterhalt der Familie bei:

„Schon als Steppke mit 13, 14 Jahren hatte ich den Einfall, Waren aus unserer Drogerie mit dem Fahrrad zu verteilen und zu verkaufen – die zehn Prozent Marge durfte ich behalten. Da habe ich bestimmt 700 Mark im Monat verdient.“

Dirk Rossmann

Viele „Kämpfer“ wuchsen mit einem hohen Erwartungsdruck auf. Die Botschaft der Eltern: „Du musst etwas Besonderes sein, sonst bist du nichts.“ Statt emotionaler Sicherheit gab es Regeln, Pflichten und Kontrolle.

So prägen sich Glaubenssätze ein, die tief im Nervensystem verankert bleiben:

  • „Ich muss immer stark sein.“
  • „Nur wenn ich Leistung bringe, bin ich wertvoll.“
  • „Ich darf nie die Kontrolle verlieren.“
  • „Wenn ich nicht alles im Griff habe, entsteht Chaos.“

Was damals Schutz war, wird später zur Blockade. Du wächst, stößt an die Glasdecke, versuchst sie großem Druck zu verschieben – und landest doch immer wieder in Erschöpfung.

Die Sehnsucht – dein Ruf aus dem Kampf

Der Kampf-Modus macht oft erfolgreich. Doch gleichzeitig weißt du: Es muss auch anders gehen. Irgendwann meldet sich deine Sehnsucht. Etwas tief in dir will raus aus dem Kampf – hinein in ein Leben, in dem du ganz du selbst sein kannst.

Neulich saß ich in einer Session mit 16 erfolgreichen Unternehmern. Auf die Eingangsfrage „Wer sehnt sich nach mehr Leichtigkeit?“ schnellten 12 Hände hoch. Meine inklusive. Wir hörten alle dieselbe Stimme. Den Ruf unserer Sehnsucht: Raus aus dem Kampf.

Dieser Ruf erinnert dich daran, dass du für mehr gemacht bist als für Druck, Kontrolle und Dauerstress. Und wenn du genauer hinhörst, erkennst du, wonach sich dein Inneres wirklich sehnt:

  • Vertrauen statt Kontrolle
    Loslassen dürfen – und erleben, dass trotzdem nichts zusammenbricht. Verantwortung teilen, ohne Angst vor Chaos.
  • Gelassenheit statt Dauerstress
    Einfach mal die Seele baumeln lassen. Pausen machen, ohne Schuldgefühle. Freude erleben – nicht nur Erleichterung, wenn eine Aufgabe abgehakt ist.
  • Wert aus dem Sein, nicht nur aus der Leistung
    Geschätzt werden, auch wenn du nicht 24/7 funktionierst. Anerkennung für deine Menschlichkeit – nicht nur für Ergebnisse.
  • Nähe statt Isolation
    Beziehungen eingehen, ohne dich schwach zu fühlen. Vertrauen schenken und echte Nähe zulassen – auch als Führungskraft.
  • Leichtigkeit & Freude
    Momente von Kreativität, Lachen, Inspiration wiederfinden. Nicht nur kämpfen, sondern leben.

Die große Sehnsucht der Kampf-Menschen ist Vertrauen in der Stärke: Loslassen, ohne die Kontrolle zu verlieren; getragen sein, ohne an Bedeutung einzubüßen.

Schritte durch die Glasdecke

Doch wie kommst du dahin? Eines ist klar: Mit noch mehr Druck sprengst du die Glasdecke nicht. Im Gegenteil: Je härter du kämpfst, desto fester wird sie.    

Der Ausweg beginnt dort, wo du das Undenkbare wagst: Den Druck loslassen und Gelassenheit lernen. Gelassenheit heißt: dich selbst und andere lassen. Darauf vertrauen, dass auch ohne deinen ständigen Druck die richtigen Dinge passieren.

Das sind fünf Schritte, die dich aus dem Kampf-Modus herausführen:

  • Gelassenheit kultivieren.
    Dein Nervensystem kennt nur den Dauer-Alarm. Doch Pausen, Ruhe und Regeneration sind keine Schwäche – sie sind die Basis von Höchstleistung. Schaffe bewusst Momente, in denen nichts passieren muss.
  • Vertrauen üben
    Vertrauen entsteht nicht im Kopf, sondern in der Erfahrung. Wähle eine Situation, in der du sonst eingreifen würdest – und lass sie laufen. Ja, dein Team macht es anders, vielleicht nicht perfekt. Doch genau das ist die Übung: zu erleben, dass nichts zusammenbricht, wenn du nicht steuerst.
  • Verantwortung teilen
    Du musst nicht alles selbst tragen, um wertvoll zu sein. Viele im Kampf-Modus beweisen ihre Unverzichtbarkeit, indem sie alles alleine machen. Starte klein: Eine Aufgabe, ein Projekt, eine Entscheidung bewusst abgeben. Sag klar: „Das ist jetzt deine Verantwortung.“ Und halte es aus, nicht sofort einzuspringen. Jede geteilte Verantwortung schafft Leichtigkeit – und Vertrauen.
  • Grenzen ziehen – für dich selbst
    Immer erreichbar, immer stark – dieser Beweis zerstört dich. Grenzen setzen bedeutet nicht Schwäche, sondern Klarheit: „Das ist mein Rahmen – und darin wirke ich stark.“ Lerne Nein zu sagen. Blocke Zeiten im Kalender, die dir gehören. Erholung ist kein Luxus, sondern Teil deiner Stärke.
  • Freude zulassen
    Im Kampf-Modus wird jeder Erfolg sofort relativiert: „Gut – und was kommt jetzt?“ So raubst du dir die wichtigste Energiequelle. Freude ist kein Luxus, sondern Treibstoff. Feiere Zwischenschritte. Würdige Ideen. Lache mit deinem Team. Mach Dinge, die keinen Nutzen haben – außer, dass sie dich lebendig machen.

Alle fünf Schritte sind Veränderungen tiefsitzender Verhaltensmuster. Dein Nervensystem ist seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten auf den Kampf getuned. Überschreibe diese Muster mit neuen Erfahrungen. Mache kleine Experimente mit deinem neuen Lebensstil. Wenn dir eine Situation mit dem neuen Verhalten gelungen ist, reflektiere: Wie hat sich das angefühlt? Wo ist eine neue Leichtigkeit entstanden? Was wird damit neu möglich? So lernt dein Körper Schritt für Schritt: Gelassenheit und Vertrauen sind nicht gefährlich. Sie sind die Basis von Souveränität.

👉 Zusammengefasst: Der Weg durch die Glasdecke des Kampf-Modus ist der Weg raus aus dem Beweisdruck, rein in die Gelassenheit. Nicht mehr beweisen, dass du stark bist – sondern erleben, dass du stark bist, gerade wenn du loslässt.

Zurück zu Dirk Rossmann

Und wie ging es für Dirk Rossmann nach seinem Herzinfarkt weiter?
Mit einem radikalen Reset.

„Von da an habe ich alles auf Null gestellt und versucht, die Firma zu retten.“

Dirk Rossmann

  •  Er arbeitete an sich selbst, um seine Getriebenheit zu regulieren.
  • Er restrukturierte die Firma. Heute ist Rossmann schuldenfrei – darauf ist er besonders stolz.
  • Er veränderte seinen Managementstil, stellte die Mitarbeitenden in den Fokus. Heute ist er eines der bestgeführten Unternehmen weltweit.
  • Er setzte auf Fokus statt Tempo. Aus „immer mehr, immer schneller“ wurde „weniger, aber wirksam“.

Der Abschied aus der Kampfzone hat alles verändert. Für ihn persönlich – und für das Unternehmen, das 2013 nach 16 Jahren zweistelligen Wachstums als wachstumsstärkstes Unternehmen Deutschlands prämiert wurde.

Das ist die Einladung an dich: Du musst nicht warten, bis dein Körper oder dein Umfeld dich stoppt. Du kannst heute beginnen, deine innere Glasdecke Stück für Stück abzutragen.

  • Weniger Beweisdruck, mehr Souveränität.
  • Weniger Getriebenheit, mehr Gelassenheit.
  • Weniger Kampf, mehr Vertrauen.

Denn wahre Stärke entsteht nicht im Kämpfen – sondern im Vertrauen und der Gelassenheit.

TL;DR

Der Kampf-Modus ist die innere Glasdecke, die nach außen wie Stärke wirkt – und dich doch erschöpft. Druck, Kontrolle und Beweisdruck geben dir kurzfristig Sicherheit, rauben dir aber auf Dauer Gesundheit, Freude und Vertrauen.

Symptome: Unternehmer treiben Wachstum um jeden Preis, oft verstärkt durch den Druck von Investoren. Führungskräfte kontrollieren jedes Detail. Nach außen kraftvoll, innen getrieben – ohne echte Freude.

Unbewusste Vorteile: Kontrolle vermittelt Sicherheit, Leistung gibt Bedeutung, Stärke bringt Anerkennung. Kurzfristig funktioniert das – langfristig kippt es in Misstrauen, Isolation und Erschöpfung.

Risiken: Für dich: Dauerstress, Beweisdruck, Burnout oder Herzinfarkt. Für dein Unternehmen: toxische Kultur, Fluktuation, Talente brennen aus. Kurzfristige Ergebnisse – langfristig verbrannte Erde.

Herkunft: Leistungsorientierte Familien, Überverantwortung, hoher Erwartungsdruck - all das hat dir die Botschaft vermittelt: „Leistung ist Liebe. Nur Stärke zählt – wer loslässt, verliert.“

Sehnsucht: Vertrauen, Gelassenheit, Nähe, Leichtigkeit. Erleben: „Ich bin genug – auch ohne ständigen Druck und Beweise.“

Über die Glasdecke hinaus: Überschreibe alte Muster mit neuen Erfahrungen. Mache kleine Experimente und reflektiere die neuen Erfolge deines neuen Lebensstils. So programmierst du dein Nervensystem um.

  • Gelassenheit kultivieren: Ruhe und Regeneration sind keine Schwäche, sondern die Basis von Höchstleistung. Schaffe Momente, in denen nichts passieren muss.
  • Verantwortung teilen: Du musst nicht alles selbst tragen – geteilte Verantwortung entlastet dich und stärkt dein Team.
  • Vertrauen üben: Halte es aus, wenn andere Dinge anders machen – und erlebe, dass trotzdem nichts zusammenbricht.
  • Grenzen ziehen: Stärke zeigt sich nicht in Dauerverfügbarkeit, sondern in klaren Rahmen – für dich und andere.
  • Freude zulassen: Erfolge sind keine Beweisstücke – gönn dir und deinem Team echte Momente von Leichtigkeit.

👉 Der Weg durch die Glasdecke des Kampf-Modus heißt: Raus aus dem Beweisdruck, rein in die Souveränität.

 Und nun zu dir

  • Wo in meinem Leben versuche ich , meine Stärke zu beweisen – und für wen eigentlich?
  • l Wie gehe ich mit Verantwortung um? Wie gut kann ich loslassen?
  • l Was spüre ich, wenn ich Kontrolle abgebe? Vertrauen – oder Angst, dass Chaos entsteht?
  • l Wie oft gönne ich mir echte Pausen, Freude oder Leichtigkeit – ohne Schuldgefühl?
  • l Was würde sich verändern, wenn mein Leben von Gelassenheit geprägt wäre?

Hier gibts mehr dazu…

Verstehe deine innere Glasdecke: Außen Erfolg – innen Frust? Entdecke, wie die innere Glasdecke dich bremst – und warum sie zugleich dein Schlüssel zum Durchbruch ist.

10 Thesen für mehr Leichtigkeit. Leichtigkeit ist kein Luxus – sie ist dein Erfolgsrezept. Zehn Impulse für Leader, die wirken wollen, ohne sich aufzureiben.

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