Durch Anklicken von „Allen Cookies zustimmen“ erlauben Sie, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden, damit die Navigation und Analyse der Seitenbenutzung verbessert und Marketingaktivitäten unterstützt werden. Sieh Dir die Datenschutzerklärung für mehr Informationen an.
DER VOLATE LEADERSHIP-BLOG

Gutes Wachstum fängt mit den richtigen Impulsen an

Wertvolle Anregungen für die Entwicklung deines Unternehmens und regelmäßige Inspirationen für deine persönliche Weiterentwicklung. Im Volate Blog findest du beides.

Alle Beiträge
Thank you! Your submission has been received!
Oops! Something went wrong while submitting the form.

Die Macht des Selbstlobs

Alte Muster halten dich klein, selbst wenn du längst weiter bist. Radikale Selbstbestärkung zeigt dir, wie du das Gute in dir verankerst – tief im Nervensystem. Der Beginn eines neuen Ich.

„Ich bin wirklich schlecht darin, meine Erfolge zusehen!“

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Seufzer schon gehört habe.

Die meisten ambitionierten Menschen sind Weltmeister darin, sich selbst zu kritisieren – oft mit einer Härte, die sie anderen niemals zumuten würden.

Und wenn wir es mal gut mit uns meinen, folgen wir dem schwäbischen Motto:
„Ned gschimpft isch globt gnug.“ Super Ergebnis, Haken dran, weiter im Text.

Dahinter stecken zwei Glaubenssätze:

  • Wachstum entsteht durch Selbstkritik. Je schonungsloser, desto besser.
  • Zu viel Wertschätzung macht uns selbstgefällig und faul.

Das Problem: So funktionieren wir nicht.

Schon gar nicht, wenn wir durch einen intensiven persönlichen Veränderungsprozess gehen – wenn wir unsere Selbstsabotage hiner uns lassen wollen.

Dann brauchen wir etwas völlig anderes:
den Mut, unsere Erfolge radikal anzuerkennen.
Sie auszukosten. In ihnen zu baden. Sie in unser Nervensystem einzubrennen.

Genau darum geht es hier: Wie du Radikale Selbstbestärkung zu einem echten Entwicklungsbooster machst und die Methode dahinter: Erfolgsverankerung.

Radikale Selbstbestärkung im Coaching

Radikale Selbstbestärkung ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit:  bewusstes Rückschauen auf gelungene Situationen, um sie mental, emotional und körperlich zu verankern.

Vor Kurzem hatte ich ein Coaching mit einem Unternehmer, nennen wir ihn Peter.

Wir hatten in der vorherigen Session ein schwieriges Gespräch mit seiner Co-Founderin vorbereitet. Ein Gespräch, das er monatelang gemieden hatte – aus Angst, die Beziehung zu beschädigen.

Das Gespräch hatte inzwischen stattgefunden. Nun saß er vor mir und sagte:

„Das war ganz anders als erwartet.“

Er war mit schwerem Herzen hineingegangen – und kam sehr erleichtert wieder heraus.

Er hatte zum ersten Mal klar ausgesprochen, was für ihn nicht funktionierte und was er sich für die Zusammenarbeit wünscht.

Statt der befürchteten Distanz erlebte er Dankbarkeit. Seine Co-Founderin fühlte sich gesehen, konnte offen über eigene Schwierigkeiten sprechen. Die Beziehung wurde stärker statt schwächer.

Peter sagte leise:

„Ich habe immer Angst, Klarheit zerstört Beziehung.
Aber es ist genau andersherum.“

Wir hätten an dieser Stelle weitergehen können – das nächste Thema wartete schon.
Aber wir taten das Gegenteil:

Wir blieben. Wir vertieften. Wir verankerten das Gelingen.

Hier ein grober Eindruck eines viel längeren Austausches:

Ich fragte: „Wie hat sich das angefühlt?“

Er atmete tief. Die Schultern sanken. „Wie ein Ankommen in meiner Rolle. Ein Stück neues Ich.“

Ich lud ihn ein, die Augen zu schließen und nachzuspüren. „Da ist Wohlwollen“, sagte er. „Ich war klar – und ich habe geholfen.“

Dann fragte ich: „Was ist NICHT passiert – obwohl du es befürchtet hattest?“

Er lachte. „Sie war nicht verletzt, ist nicht gegangen. Im Gegenteil: Wir fühlen uns verbundener als vorher.“

Zum Schluss: „Was macht diese Erfahrung möglich für die nächsten Gespräche?“

Peter: „Ich muss Probleme nicht allein lösen. Ich muss nur meine Beobachtungen klar machen – und dann gemeinsam weitergehen. Und ehrlich gesagt: Ich freue mich schon auf das nächste Gespräch.“

Während unseres Gesprächs war Peter förmlich gewachsen. Seine Stimme wurde immer überzeugter und fester. Die Entspannung war sichtbar. Da saß jemand, der festen Boden unter den Füssen hatte.

Radikale Selbstbestärkung

Radikale Selbstbestärkung ist die bewusste Entscheidung, das eigene Gelingen zu würdigen und im Körper zu verankern. Die Methode dahinter ist die Erfolgsverankerung: das mentale, emotionale und körperliche Nachspüren eines Moments, in dem du über deinen alten Schatten gesprungen bist.

Erfolgsverankerung macht aus einer guten Erfahrung eine neue Möglichkeit.
Mit der Übung wird aus der Möglichkeit eine Routine.
und diese neuen Routinen prägen deine neue Identität.

Was Erfolgsverankerung in dir auslöst

Wir haben es alle erlebt: Wenn wir alte Verhaltensmuster ändern wollen, reicht es nicht, neue Gedanken zu denken.

Ein kluger Satz wie „Kritisches Feedback ist wertvoll“ verändert nichts, solange dein Nervensystem weiterhin „Achtung, Gefahr!“ funkt.

Denn alte Muster bestehen nicht nur aus deinen Gedanken. Sie sind komplexe neuronale Glaubenssysteme, die unser Verhalten seit Jahren– manchmal Jahrzehnten – automatisieren.

Ein Glaubenssystem umfasst vier Ebenen:

  • Gedanken- bei Peter z.B. „Ich darf nicht hart sein.“ „Ich verletze andere.“
  • Emotionen - Angst, Schuld, Enge, Stress.
  • Körperreaktionen - Herzklopfen,verspannter Brustkorb, flacher Atem, weiche Knie.
  • Reaktives Verhalten - Vermeiden, abschwächen, ausweichen, überanpassen.

Diese Ebenen aktivieren sich gegenseitig. Sie bilden stabile, tief verschaltete Programme – deine neuronalen Autobahnen: breit, schnell, automatisiert, energieeffizient, vertraut, selten hinterfragt.

Und sie ziehen dich selbst dann in alte Muster, wenn du eigentlich anders agieren willst.

Neue Verhaltensweisen = Trampelpfad

Wenn du etwas Neues tust — ein klares Feedback gibst, eine Grenze setzt, dich zeigst — entsteht im Gehirn nicht nur ein neuer Gedanke. Es wird ein neues neuronales Muster angelegt. Leider ist das anfangs eher ein dürrer Trampelpfad: Kaum sichtbar im Gestrüpp, ungewohnt, langsam und holprig.

Dein Nervensystem vertraut ihm noch nicht. Es zweifelt, warnt und versucht dich mit aller Kraft auf die alte Autobahn zurückzuziehen. Anders als der der alte Spruch „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“ suggeriert, ist das kein Zeichen fehlender Disziplin, sondern reine Neurobiologie.

Vom Trampelpfad zur Autobahn

Erfolgsverankerung ist keine Schönfärberei. Sie ist gezielte neuronale Verstärkung und verknüpft:

  • das neue Verhalten (Ich war klar und wurde gehört),
  • die neue kognitive Einsicht (Yeah, es hat geklappt),
  • die neue emotionale Erfahrung (Puh, ich war sicher.) und
  • die neue körperliche Empfindung (Mmmh, mir wird ganz warm ums Herz),

Diese vier Ebenen bilden gemeinsam ein neues neuronales Netzwerk.

Jedes bewusste Wiedererinnern, Wiederfühlen, Wiederverstehen verbreitert den Pfad, stärkt die neuen synaptischen Verbindungen, reduziert alte Alarmreaktionen und baut Vertrauen in das neue Selbst auf.

Genauso ist die alte Autobahn entstanden:  Durch jahrelange Wiederholung von Verhaltensmustern, die mal für dich funktioniert haben, dir heute aber im Wege stehen.

Und so entsteht auch die neue: Durch bewusste Verstärkung des Gelingenden.

Die 5 Schritte der Erfolgsverankerung

Basis: Wähle eine konkrete Situation

Such dir eine Situation der letzten Tage, in der du etwas Neues ausprobiert hast – und es gut oder besser als früher gelaufen ist. Wichtig: Es muss nicht „perfekt“ gewesen sein. „Besser als früher“ reicht völlig.

Suche dir dann einen ruhigen Ort. Idealerweise findest du einen Sparringspartner, der dich durch die Schritte begleitet. Jetzt beginnt die eigentliche Erfolgsverankerung.

Schritt #1: Was genau ist passiert?

Versetze dich so plastisch wie möglich zurück in die Situation:

  • Wer war beteiligt? Wo wart ihr?
  • Was hast du konkret getan oder gesagt?
  • Was war anders als sonst?
  • Was ist genau der Erfolg, den du erreicht hast?

Hier geht es um die Rekonstruktion des Moments: Was ist objektiv gelungen? Normalerweise hören wir hier bereits auf. Und schwupp, ist die gute Erfahrung wieder vergessen - und die nachhaltige Veränderung verhindert.

Schritt #2: Wie hat es sich angefühlt?

Jetzt kommt der entscheidende Teil: das emotionale und körperliche Erleben.

  • Wo im Körper spürst du Weite, Wärme, Erleichterung, Klarheit?
  • Welche Emotionen sind da? Erleichterung, Stolz, Verbundenheit, Ruhe…?
  • Wie hat sich das Gefühl über den Verlauf der Situation entwickelt?

Dieser Schritt beginnt, das neue Verhalten körperlich zu verankern. Denn - wie oben beschrieben - alte Glaubenssysteme bestehen nicht nur aus Gedanken, sondern aus Emotionen, Körperreaktionen und automatisierten Schutzstrategien.

Nur wenn du auch das alte Gefühl überschreibst, wird dein Nervensystem auf das neue Verhalten umschwenken können.

Schritt #3: Vertiefung der Körpererfahrung

Weil wir oft zu schnell über gute Gefühle hinweggehen, vertiefst du sie jetzt bewusst:

Schließe die Augen ... Atme langsam ... Spüre die Ruhe, die Klarheit, die Verbundenheit, die sich eingestellt haben ...  Genieße sie wie eine warme Dusche ...Bestärke dich: „Das war gut. So möchte ich mich wieder fühlen.“

Wenn du die Übung mit einem Partner machst, kann er oder sie dich durch Mini-Impulse begleiten:

  • „Bleib bei der Wärme im Bauch.“
  • „Spüre den Stolz über das, was du geschafft hast.“
  • „Spüre die Verbindung, die entstanden ist.“

Dieser Schritt ist das „Neural Rewiring“. Hier entsteht Vertrauen in das neue Verhalten.

Schritt #4: Was ist NICHT passiert?

Du hast jetzt mit jeder Sehne deines Körpers erfahren, dass etwas Neues geht und wie gut es sich anfühlt. Jetzt konfrontierst du deinen alten Glaubenssatz. Dazu reichen zwei Fragen:

  • Welche Katastrophen hast du vorher befürchtet?
  • Welche davon sind ausgeblieben – und was ist stattdessen passiert?

Diese Fragen nehmen dem alten Glaubenssystem die Macht. Sie entlarven die innere Warnung („Achtung, Gefahr!“) als das, was sie ist: ein veraltetes Schutzprogramm.

In diesem Moment überschreibst du nicht nur deine Gedanken, sondern das ganze Netzwerk aus alten Emotionen, Körperempfindungen und Verhaltensroutinen.

Schritt #5: Blick nach vorn – Was wird möglich?

Zum Abschluss richtest du deinen Blick nach vorne:

  • Welche neuen Möglichkeiten eröffnet dieses Verhalten?
  • Wie verändert es deine Führung?
  • Wie verändert es deinen Selbstkontakt – und den Kontakt zu anderen?
  • Wo kannst du dieses Verhalten in den nächsten Tagen konkret wiederholen?

Diese letzte Frage ist entscheidend: Positive Erfahrungen haben eine kurze Halbwertszeit.
Je früher du das neue Verhalten wiederholst, desto schneller wird es zur Routine – und schließlich zu einem neuen inneren Standard und Teil deines Selbst.

So wird aus einer gelungenen Situation ein Motor der Transformation.

Warum das so wichtig ist...

Die meisten Menschen erleben negative Erfahrungen intensiv - aber positive rutschen ihnen durch:

  • Etwas ist schief gegangen → großes Drama, Selbstvorwürfe, Scham und Schuldgefühle
  • Etwas gelungen → kurzes Lächeln, weiter im Text.

Doch das, was wir emotional verstärken, prägt unsere neuronale Autobahn.

Wenn wir das alte, dysfunktionale Verhalten in den Fokus nehmen, kitten wir zwar die gröbsten Schlaglöcher der alten Autobahn, bleiben aber de facto im alten Muster hängen.

Wenn wir das Gelingen nicht auskosten, bleibt es ein Zufallstreffer: „War halt mal ein guter Tag.“

Erst wenn wir das neue Gelingen in uns verankern, wird es ein neuer innerer Standard.

Das ist Veränderung von innen. Radikale Selbstbestärkung mit der Methode der Erfolgsverankerung.

Meine Einladung an dich: Probier es aus.

Eine Woche lang jeden Abend drei Minuten Erfolgsverankerung.

Knöpf dir etwas vor, das an diesem Tag besonders gut gelaufen ist. Durchdringe es, genieße es, verankere es tief in dir.

Ich verspreche Dir: Das kann dein gesamtes Selbstbild verschieben.

 

TL;DR

Wir überschätzen Selbstkritik – und unterschätzen Selbstanerkennung.
Viele analysieren Fehler endlos, übergehen aber ihre Erfolge. Dabei entsteht echte Entwicklung dort, wo wir gelingende Momente bewusst verankern.

Alte Muster sind neuronale Autobahnen.
Sie bestehen aus Gedanken, Emotionen, Körperreaktionen und automatisierten Verhaltensweisen. Sie ziehen uns selbst dann zurück, wenn wir eigentlich etwas Neues wollen.

Neue Verhaltensweisen starten als Trampelpfad.
Wenn wir mutig Klarheit zeigen oder Grenzen setzen, entsteht ein neues neuronales Muster – anfangs holprig, unklar, leicht zu übersehen.

Radikale Selbstbestärkung ist der Schlüssel.
Sie bedeutet: das eigene Gelingen nicht klein reden, sondern würdigen. Innere Größe nicht wegschieben, sondern spüren und verkörpern.

Erfolgsverankerung ist die Methode dazu – in 5 Schritten:

  • Was genau ist passiert? → Die Situation plastisch rekonstruieren
  • Wie hat es sich angefühlt? → Emotion & Körper aktiv wahrnehmen
  • Tiefe Verkörperung: → Das gute Gefühl bewusst vertiefen
  • Was NICHT passiert ist: → Alte Ängste entmachten
  • Blick nach vorn: → Das neue Verhalten zeitnah wiederholen

Das Ergebnis: nachhaltige innere Transformation.
Indem wir Erfolge fühlen, vertiefen und wiederholen, wird aus einem einzelnen Moment eine neue Routine – und schließlich dein neues Selbst.

 

Und nun zu dir!

  • Welchen Erfolg habe ich in den letzten Tagen viel zu schnell vergessen?
  • Was sagt dieser Erfolg über meine neue – noch ungewohnte – Größe?
  • Welche Sorge ist NICHT eingetreten, obwohl ich mutig war?
  • Was wird möglich, wenn ich diese Erfahrung nicht als Zufall, sondern als neue Autobahn betrachte?

 

Leading Myself

Mut zur Macht

Die Zukunft gehört denen, die ihre Macht bewusst leben. Mut zur Macht heißt: dich selbst führen, mit anderen kraftvoll gestalten und das voll einbringen, wofür du wirklich stehst.

Mut zur Macht beginnt innen

In den letzten Blogartikeln habe ich über unsere Entwicklungsgrenzen geschrieben – die inneren Glasdecken, die uns davon abhalten, unser volles Können und unsere Kraft zu leben.

Dabei wurde mir klar: Viele ambitionierte Menschen sind mit einem verzerrten Bild von Macht groß geworden:

  • Kampf: Übermacht, Kontrolle, sich durchsetzen müssen, ständig leisten
  • Flucht: Die eigene Macht negieren, sich entziehen, aus der Verantwortung gehen
  • Freeze: Klein werden, Ohnmacht, Anpassung

Diese Muster sind keine Charakterschwächen. Sie sind Schutzreaktionen – verständlich, menschlich und tief verwurzelt. Doch sie haben einen Preis:

Sie verzerren unseren Zugang zu Macht – und damit unsere Wirksamkeit.

Der Weg durch die innere Glasdecke ist deshalb immer ein Weg hin zu reifer Macht.
Zu einer Macht, die nicht dominiert und sich nicht versteckt.
Zu einer Macht, die wirkt, weil sie innerlich klar, beziehungssicher und gestaltend ist.

Reife Macht entwickelt sich auf drei Ebenen:

  • Power Within – Eigenmacht: die innere Grundlage, das Selbstverständnis, der Boden unter den Füßen.
  • Power With – Beziehungsmacht: die Qualität unserer Beziehungen als Nukleus jeder gemeinsamen Gestaltung.
  • Power To – Gestaltungsmacht: die Fähigkeit, die Welt bewusst und verantwortungsvoll zu beeinflussen.

Diese drei Ebenen bilden den Weg der Selbstentwicklung. Sie führen zu reifer Führung – und sind die innere Arbeit, der wir uns stellen müssen, wenn wir unser volles Potenzial entfalten wollen.

Wie wirksam dieser Weg ist, erlebe ich täglich in meinen Coachings:
Innere Klarheit schafft Vertrauen. Und auf der Basis tragfähiger Beziehungen – zu Teams, Investor:innen, Kund:innen, Freund:innen und Familie – können wir etwas schaffen, das über uns hinausweist.

Dieser Newsletter ist eine Einladung, diese Zusammenhänge zu verstehen und eine gemeinsame Sprache dafür zu finden. Er ist dieses Mal etwas abstrakter – weil er das Fundament legt.

In den kommenden Monaten widmen wir uns dann Schritt für Schritt der praktischen Selbstentwicklung: wie gewohnt mit viel Tiefe, konkreten Beispielen und direkt anwendbaren Übungen.

Ich freue mich über dein Feedback. Denn jeder  Blogartikel ist auch ein Schritt in Richtung meines Herzensprojekts: Ein Buch über die Selbstentwicklung ambitionierter Menschen.

Arbeitstitel: Mut zur Macht.

Power Within - Bei mir selbst ankommen

Power Within oder Eigenmacht ist die erste – und zugleich tiefste – Dimension reifer Macht.

Es ist die innere Kraftquelle, die entsteht, wenn ich mit mir verbunden bin: mit meinen Gefühlen, meinen Werten, meinen Bedürfnissen und meinen Grenzen – mit meinem Selbst. Power Within ist die Fähigkeit, innezuhalten, bevor ich reagiere, zuzuhören, bevor ich handle, und zu spüren, welcher Film in mir läuft, bevor ich andere bewerte.

Eigenmacht ist eine Haltung – keine Technik.

Power Within heißt: Vom Ego zum Selbst

Ein großer Teil unseres Handelns entspringt unserem Ego – jener Identität, die wir aufgebaut haben, um uns sicher, verbunden und wirksam zu fühlen. Unser Ego ist die Summe unserer Rollen, Ideale, Selbstbilder: der erfolgreiche Gründer, die unermüdliche Macherin, die starke Persönlichkeit. Diese Identität hat uns geschützt, doch sie trennt uns auch von unserer Wahrheit und der Kraft unseres Selbst.

Eigenmacht entsteht, wenn wir die Optimierung des Egos hinter uns lassen und mit unserem Selbst in Kontakt treten – diesem kraftvollen, unverstellten Kern, der jenseits von Leistung, Erwartungen und Rollen existiert.

  • Ich erkenne, wenn mein Ego um Anerkennung kämpft – und hinterfrage, was wirklich stimmig für mich ist.
  • Ich merke, wenn ich mich über Leistung definiere – und orientiere mich an meinen Werten, statt an den Erwartungen anderer.
  • Ich spüre, wenn ich mich überhöhe oder verkleinere – und finde zurück zu meiner eigenen Würde.

Anstatt mich vom Ego treiben zu lassen, halte ich inne und agiere aus dem Selbst.

Doch auch wenn wir weniger aus dem Ego handeln, bleiben wir bei Stress anfällig für etwas Tieferes: automatische Reflexe, die nicht aus unserer Identität, sondern aus unserem Nervensystem kommen. Dort beginnt der nächste Schritt innerer Arbeit.

Power Within heißt: Alte Schutzprogramme entmachten

Unter Stress übernehmen alte, reaktive Schutzprogramme unsere Führung.  Diese Muster sind tief in unserem Nervensystem verankert. Sie erwachen, wenn uns etwas triggert, wenn wir uns bedroht, beschämt oder überfordert fühlen. Viele dieser Muster limitieren uns heute - als innere Glasdecke mit den typischen Kampf-, Flucht- und Freeze-Reaktionen.

Eigenmacht bedeutet, diese Muster zu erkennen und ihnen die Macht zu entziehen:

  • Ich erkenne, wenn sich mein Kampfreflex meldet und mich in Druck oder Kontrolle treibt – und halte mit Vertrauen dagegen.
  • Ich erkenne, wann mich mein Fluchtmuster aus Nähe, Verantwortung oder Klarheit zieht – und bleibe im Kontakt.
  • Ich erkenne, wann mich mein Freeze-Modus klein macht, in künstliche Harmonie drängt oder sprachlos werden lässt– und halte meine Stellung.

Anstatt mich für diese Reaktionen zu verurteilen, erkenne ich: Sie waren einmal notwendig. Aber heute kann sie auflösen – nicht durch Leistung, sondern durch ein tiefes Verständnis meiner selbst.

Power Within heißt: Festen Boden unter den Füssen haben

Unsere Bedürfnisse sind der Kompass, der zeigt, was uns wirklich trägt. Wenn wir sie erkennen, entsteht jene Ruhe und Integrität, die reife Macht ausmacht. Doch viele haben den Zugang zu ihren Bedürfnissen verloren – weil sie gelernt haben, sie zu verdrängen oder zu übergehen.

Eigenmacht bedeutet, innere Klarheit zu gewinnen und mich selbst zu regulieren:

  • Ich weiß, was ich brauche (Ruhe, Autonomie, Zugehörigkeit, Wirkung) - und stehe kraftvoll dafür ein.
  • Ich kann meine Bedürfnisse selbst erfüllen, statt mich von anderen abhängig zu machen – und ich halte die Spannung unbefriedigter Bedürfnisse aus, ohne sofort reagieren zu müssen.
  • Ich kenne meine Werte und kann Grenzen setzen, klar und wertschätzend, ohne mich zu verlieren oder den anderen abzuwerten.

Mit dieser inneren Klarheit gewinne ich festen Boden unter den Füßen. Ich weiß, wofür ich stehe, auch wenn die Welt um mich herum durchdreht. Ich kann mich selbst halten – und damit auch andere besser führen.

Power Within wird so zur stabilen Basis, auf der alles weitere aufbaut: Beziehungsmacht, Gestaltungsmacht und reife Führung.

Power With – Reife Beziehungen gestalten

Power With oder Beziehungsmacht ist die zweite Dimension reifer Macht.
Sie beschreibt die Fähigkeit, Beziehungen bewusst zu gestalten – mit Klarheit, Würde und Resonanz. Power With heißt nicht, „nett“ oder harmonisch zu sein. Es heißt: Ich bleibe bei mir – und gleichzeitig in Beziehung. Echte, erwachsene Bezogenheit statt Dominanz oder Anpassung.

Reife Beziehungsmacht entsteht, wenn zwei Menschen in ihrer Eigenmacht bleiben und ihre Beziehung bewusst gestalten. Sie ignorieren ihre Konflikte nicht, bleiben nicht in Harmonie-Reflexen stecken und verlieren sich auch nicht in Machtspielen. Damit wird Power With zum Nukleus gemeinsamer Gestaltung.

Power With heißt: Interdependenz & Resonanz leben

Beziehungen werden kraftvoll, wenn wir in Resonanz gehen: wenn wir einander wirklich wahrnehmen, aufeinander eingehen und uns gemeinsam weiterentwickeln. Resonanz ist kein harmonisches Weglächeln, sondern ein lebendiger Kontakt – ein Raum, in dem beide Seiten offen, spürbar und antwortfähig bleiben. Interdependenz beschreibt genau diesen Zustand: zwei Menschen, die eigenständig bleiben und sich dennoch wechselseitig stärken.

Reife Beziehungsmacht bedeutet, diese gegenseitige Wirkung bewusst zu gestalten.

  • Ich höre zu, ohne mich zu verlieren, und bleibe im Kontakt, auch wenn es anstrengend wird – Resonanz statt Rückzug.
  • Ich begegne meinem Gegenüber in echter Wechselwirkung, ohne Machtspiele oder Anpassung – verbunden und eigenständig zugleich.
  • Ich sage meine Wahrheit, ohne zu verletzen, und halte Spannungen aus, ohne Drama zu erzeugen – Klarheit wird zur Einladung, nicht zur Bedrohung.

Wenn Resonanz und Interdependenz entstehen, braucht es als Nächstes eine Struktur, die diesen Raum trägt – denn Verbundenheit bleibt nur stabil, wenn sie von Grenzen geschützt wird.

Power With heißt: Grenzen setzen und einen sicheren Raumschaffen

Grenzen sind die Struktur, die Beziehung sicher macht: der Rahmen, in dem wir gleichzeitig autonom und verbunden sein können. Beziehungsmacht zeigt sich in der Qualität des Raumes, den ich gestalte – ob ich verlässlich bin, ob sich mein Gegenüber sicher fühlt und ob Wahrheit, Fehler und Unsicherheiten Platz haben. Viele Menschen vermeiden Grenzen aus Angst vor Verlust oder setzen sie aus Angst vor Nähe zu hart. Doch beides zerstört genau das, was Beziehung braucht: Sicherheit.

Beziehungsmacht bedeutet Grenzen als Brücke zu erleben - nicht als Mauer:

  • Ich setze Grenzen als Ausdruck meiner inneren Klarheit und nehme die Grenzen anderer nicht persönlich.
  • Ich bleibe klar und präsent, statt unbewusste Erwartungen oder subtile Forderungen in den Raum zu senden.
  • Ich halte Verantwortung dort, wo sie hingehört, und schaffe dadurch Sicherheit – ohne zu kontrollieren oder zu retten.

Wenn Grenzen sicher und klar sind, entsteht ein Beziehungsraum, der trägt. Und gerade diese Stabilität zeigt sich im nächsten Schritt: im Umgang mit Spannung und Konflikt.

Power With heißt: Drama entmachten und mit Konflikten wachsen

Unreife Beziehungssysteme rutschen schnell ins Drama: Jemand fühlt sich als Opfer, jemand rettet, jemand greift an. Konflikte werden als Bedrohung erlebt – und entsprechend mit Schuld, Anpassung oder Gegenangriff beantwortet. Doch Drama bindet Energie, verengt Beziehungen und verhindert Entwicklung. Reife Beziehungsmacht sieht Konflikte nicht als Störung, sondern als Einladung: ein Moment, in dem Wahrheit sichtbar wird und Beziehung wachsen kann.

Beziehungsmacht bedeutet, Konflikte bewusst zu gestalten:

  • Ich erkenne Drama-Dynamiken und steige aus, bevor ich in meine alten Rollen rutsche – präsent statt reaktiv.
  • Ich nutze Konflikte als Chance für Klarheit und Wachstum: Ich benenne, was ich sehe, höre an, was zurückkommt, und erlaube, dass sich die Beziehung wandelt.
  • Ich übernehme Verantwortung für meinen Anteil, ohne den des anderen zu tragen – und ermögliche dadurch echte Augenhöhe und Entwicklung.

Wenn Konflikte zu Wachstumsräumen werden, entsteht die Reife, die Power With ausmacht – und genau aus dieser Reife wächst die Fähigkeit, gemeinsam zu gestalten.

Power With ist der Beweis, dass Macht nicht trennt, sondern verbindet

Mit Power With entstehen Beziehungen, in denen Menschen sich trauen, groß zu werden – weil sie sich gesehen und gehalten fühlen. Das ist die wahre Kraft reifer Macht: Sie macht uns gemeinsam stärker als allein.

Bewusst gestaltete Beziehungen sind damit der Nukleus gemeinsamer Gestaltungsmacht. Was zwischen Menschen resonant und klar ist, wird im Außen wirksam.

Power With öffnet den Raum – Power To gestaltet ihn.

Power To – Wirksam gestalten

Power To oder Gestaltungsmacht ist die dritte Dimension reifer Macht – die Fähigkeit, die Welt um mich herum bewusst zu beeinflussen.

Sie entsteht dort, wo innere Klarheit (Power Within) und Beziehungsmacht (Power With) aufeinandertreffen und Wirkung entfalten dürfen. Power To heißt nicht, Kontrolle auszuüben oder die Zukunft zu erzwingen. Es bedeutet, im Ungewissen handlungsfähig zu bleiben, Orientierung zu geben und Entscheidungen zu treffen, die meinem Anliegen und meinen Werten entsprechen.

Gestaltungsmacht wird sichtbar, wenn mein innerer Zustand nicht nur mein Denken und Fühlen prägt, sondern zu einer Kraft wird, die im Außen Wirkung erzeugt: in meinen Beziehungen, in meinen Entscheidungen und indem, was ich in die Welt bringe.

Power To heißt: Mit klarem Anliegen das unendliche Spiel spielen

Gestaltungsmacht beginnt mit einem Anliegen: jenem inneren Auftrag, der dort entsteht, wo meine Erfahrungen, meine Werte und meine Sensibilität auf das treffen, was die Welt wirklich braucht. Mein Anliegen ist die Richtung, aus der mein Handeln Sinn bekommt – unabhängig von Erfolg, Rollen oder Anerkennung.

Wer aus einem Anliegen wirkt, spielt kein Spiel, das gewonnen werden muss, sondern ein unendliches Spiel: eines, in dem Beitrag wichtiger ist als der Beweis und Wirksamkeit wichtiger als kurzfristiger Erfolg.

Gestaltungsmacht bedeutet, mein Anliegen klar zu spüren und daraus zu handeln:

  • Ich erkenne, was mich wirklich ruft – dort, wo meine Geschichte und Fähigkeiten auf einen Bedarf der Welt treffen.
  • Ich spiele das unendliche Spiel, indem ich langfristig denke, sinnorientiert handle und mich nicht von kurzfristigen Erfolgen oder Rückschlägen aus der Bahn bringen lasse.
  • Ich treffe Entscheidungen aus Stimmigkeit, nicht aus Druck, Angst oder Erwartungen – und richte mein Handeln an dem aus, was wesentlich ist.

Wenn mein Handeln aus einem Anliegen entsteht, entsteht eine richtungsweisende Klarheit. Und genau aus dieser Ausrichtung erwächst der nächste Schritt: Verantwortung zu übernehmen – für das, was ich tue, und für das, was durch mich in der Welt entsteht.

Power To heißt: Verantwortung übernehmen – und Menschen ermächtigen

Gestaltungsmacht wird dort konkret, wo ich Verantwortung übernehme – nicht nur für meine Entscheidungen, sondern für die Wirkung, die sie in der Welt erzeugen.  Verantwortung ist keine Last, die ich trage, sondern eine Form von Freiheit. Sie beginnt indem Moment, in dem ich mich nicht länger hinter Umständen, Erwartungen oder Rollen verstecke, sondern bewusst wähle, wie ich handeln will.

Reife Verantwortung bedeutet, meine Macht im Dienst des größeren Anliegens einzusetzen – nicht, um Kontrolle auszuüben, sondern um Möglichkeiten zu öffnen. Und aus dieser Haltung wächst etwas Entscheidendes: die Fähigkeit, andere zu ermächtigen, statt sie zu steuern.

Gestaltungsmacht bedeutet, Verantwortung bewusst zu leben und weiterzugeben:

  • Ich übernehme Verantwortung für meine Wirkung, nicht nur für meine Absicht – und stehe zu meinen Entscheidungen, auch wenn sie unbequem sind.
  • Ich schaffe Räume, in denen andere wachsen können, indem ich Verantwortung teile statt Kontrolle auszuüben und Menschen in ihre eigene Kraft bringe.
  • Ich nutze meine Macht im Dienst der Sache, nicht im Dienst meines Egos – und verbinde Mut mit Demut, Klarheit mit Zuhören, Führung mit Vertrauen.

Wenn Verantwortung nicht als Last erlebt wird, sondern als Gestaltungskraft, entsteht eine Macht, die nicht einengt, sondern Raum schafft. Und dieser Raum ermöglich den letzten Schritt: mein Leben ganzheitlich zuführen – nicht fragmentiert in Rollen, sondern kohärent aus meiner Mitte heraus.

Power To heißt: Ganzheit leben – Macht über mein Leben

Gestaltungsmacht endet nicht im Beruflichen. Sie zeigt sich in der Art, wie ich mein Leben als Ganzes führe: in meinen Entscheidungen, meinem Umgang mit Energie, meinen Beziehungen, meinen Werten und Grenzen.  Wenn ich Ganzheit lebe, wirke ich nicht nur als Führungskraft, sondern als Mensch – klar, präsent und integer.

Gestaltungsmacht bedeutet, mein Leben als Ganzes stimmig und bewusst zu führen:

  • Ich treffe Entscheidungen, die meinem ganzen Leben dienen, nicht nur meiner Rolle – und orientiere mich an dem, was mich langfristig nährt.
  • Ich wahre meine Integrität über alle Lebensbereiche hinweg, statt mich in berufliche, private oder soziale Rollen zu fragmentieren.
  • Ich gestalte mein Leben aktiv, statt es zu verwalten – und übernehme Verantwortung für meine Energie, meine Grenzen und mein Wohlbefinden.

Wenn ich Ganzheit lebe, entsteht eine Macht, die nicht vom Außen abhängt, sondern aus meiner Mitte kommt. Sie macht mich klar, zuverlässig und frei. Und genau diese Freiheit ist die Grundlage wahrer Gestaltungskraft:Macht, die nicht trennt oder kontrolliert, sondern das möglich macht, was ich in die Welt bringen will.

Reife Macht entsteht von innen nach außen

Reife Macht beginnt nicht im Außen, sondern in mir.

Power Within schenkt mir die innere Stabilität, die ich brauche, umklar, wahrhaftig und präsent zu sein. Wenn ich mich selbst halten kann, brauche ich niemanden kleinzumachen und muss mich nicht mehr verstecken. Aus diesem Selbstkontakt und dieser Eigenmacht entsteht die Ruhe, die mich im Ungewissen handlungsfähig macht.

Power With baut darauf auf. Erst wenn ich bei mir bin, kann ich wirklich in Beziehung bleiben. Reife Beziehungsmacht entsteht, wenn ich Resonanz zulasse, Grenzen bewusst setze und Konflikte als Wachstumsräume gestalte. Beziehungen, die auf Klarheit und Würde beruhen, werden zu Orten gemeinsamer Kraft – und zu Resonanzkörpern für das, was wir miteinander möglich machen.

Aus dieser inneren und zwischenmenschlichen Reife wächst Power To: die Fähigkeit, die Welt bewusst zu gestalten. Sie gibt mir die Kraft, Entscheidungen aus Stimmigkeit zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und mein Leben in seiner Ganzheit zu führen. Gestaltungsmacht entsteht, wenn das, was mich bewegt, zu dem wird, was ich bewege.

Reife Macht folgt immer derselben Richtung:

Von innen nach außen.
Vom Selbst in die Beziehung.
Von der Beziehung in die Welt.

Erst wenn ich mich selbst führen kann, kann ich gemeinsam mit anderen gestalten.
Und erst wenn wir gemeinsam gestalten, entsteht die Form von Macht, die unsere Zeit braucht:
Macht, die nicht trennt, sondern verbindet – nicht begrenzt, sondern ermöglicht.

 

TL;DR

Viele ambitionierte Menschen scheitern nicht an Kompetenz oder Intelligenz. Sie scheitern an einem verzerrten Bild von Macht, das sie unbewusst begrenzt: Kampf, Rückzug oder Ohnmacht. Diese Muster sind Schutzreaktionen – verständlich und menschlich – doch sie bilden die innere Glasdecke, die uns davon abhält, unser volles Potenzial zu leben.

Reife Macht entsteht dort, wo wir diese Glasdecke durchbrechen: nicht durch mehr Anstrengung, sondern durch innere Entwicklung.

Auf diesen drei Ebenen wächst reife Macht:

1. Power Within – Eigenmacht

Die Fähigkeit, mit mir selbst in Kontakt zu sein.
Innere Klarheit, Selbstregulation und der Abschied von alten Schutzmustern schaffen den Boden, auf dem wir stehen.

2. Power With – Beziehungsmacht

Die Fähigkeit, Beziehungen bewusst zu gestalten.
Resonanz, klare Grenzen und eine konstruktive Haltung zu Konflikten machen uns gemeinsam wirksamer als allein.

3. Power To – Gestaltungsmacht

Die Fähigkeit, die Welt bewusst zu beeinflussen.
Ein klares Anliegen, echte Verantwortung und gelebte Ganzheit machen unsereEntscheidungen kohärent und wirksam.

Reife Macht folgt einer inneren Logik:
Von innen nach außen.
Vom Selbst in die Beziehung.
Von der Beziehung in die Welt.

Erst wenn wir uns selbst führen können, können wir mit anderen gestalten.
Und erst wenn wir gemeinsam gestalten, entsteht die Macht, die unsere Zeit braucht:
eine Macht, die nicht trennt, sondern verbindet –
nicht begrenzt, sondern möglich macht.

Und nun zu dir!

  • Power Within – Wo dominiert mich mein Ego? Welche meiner Schutzmuster tauchen am häufigsten auf – und wo will ich mehr Klarheit bekommen?
  • Power With – Wo vermeide ich echte Nähe oder klare Grenzen? Was würde passieren, wenn ich sowohl meine Wahrheit als auch meine Verbundenheit halten könnte?
  • Power To – Wofür will ich meine Macht wirklich nutzen? Welches Anliegen habe ich – und welche Entscheidung würde ich treffen, wenn ich mich konsequent daran orientiere?
  • Ganzheit– Lebe ich die gleiche Klarheit in allen Lebensbereichen? Wo bin ich kongruent, wo hänge ich noch an Rollen oder Erwartungen, die mir nicht mehr entsprechen?

Hier gibts mehr dazu…

Verstehe deine innere Glasdecke. Außen Erfolg – innen Frust? Entdecke, wie die innere Glasdecke dich bremst – und warum sie zugleich dein Schlüssel zum Durchbruch ist.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (1): Der Kampf. Stark, kontrolliert, unermüdlich. Doch im Kern: Erschöpft. Deine „Kampf“-Glasdecke hält dich fest – bis du den Mut findest, loszulassen. Denn wahre Stärke ist Gelassenheit, nicht Druck.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (2): Die Flucht. Inspirierend. Beweglich. Visionär. Doch im Kern: Rastlos. Deine „Flucht“-Glasdecke raubt dir Tiefe und Verbindlichkeit. Durchbrich sie – und finde echte Präsenz.

Drei Gesichter der Selbstsabotage (3): Freeze. Stabil. Verlässlich. Angepasst. Doch im Kern: eingefroren. Deine „Freeze“-Glasdecke raubt dir Lebendigkeit und Energie. Erlaube dir groß zu sein UND Verbundenheit zu spüren.

Leading Myself
Leading my Team

Schluss mit Drama Kings & Queens

Drama frisst Leistung: So stoppst du toxische Performer & ewige Opfer, führst klar mit CLEAR – und stärkst Kultur, Performance und Vertrauen.

Ich wette du kennst sie auch: Drama-Kings und -Queens.

Menschen, die es immer wieder schaffen, sich aus der Verantwortung zu ziehen.

Entweder, indem sie das ohnmächtige Opfer spielen, oder indem sie mit ihrer Negativität alle auf Abstand halten. Zwei aktuelle Coaching-Fälle zeigen das Spektrum.

Lina, eine starke Senior Account Managerin, liefert Top-Zahlen. Doch die Zusammenarbeit mit ihr ist anstrengend. In Meetings fällt sie ihren Kollegen ständig ins Wort, macht abwertende Kommentare, muss immer Recht behalten. Ihr tiefes Wissen bunkert sie – und stellt damit sicher, dass sie unverzichtbar ist. Klassisches Beispiel einer toxischen Performerin.

Auf der anderen Seite: Tom. Product Owner, schon lange dabei, nicht wirklich stark. Viele seiner Sätze beginnen mit „Ich kann da nichts machen…“, „Die anderen blockieren mich…“,„Ohne die Ressourcen aus dem Tech-Team geht gar nichts.“ Deadlines reißt er fast immer – ohne seinen Anteil zu sehen. Die Botschaft: „Ich bin ausgeliefert.“ Das perfekte Beispiel des Ewigen Opfers.

So unterschiedlich die beiden wirken – sie teilen eine Gemeinsamkeit: Sie lösen bei uns einen Retter-Reflex aus und entziehen sich damit der Verantwortung für ihr Verhalten. Mit dieser Strategie sind sie Sprengstoff für jedes Team – und müssen entweder lernen, Verantwortung zu übernehmen, oder das Team verlassen.

Mit diesem Blogartikel zeige ich dir, woran du Drama-Kings & -Queens frühzeitig erkennst, wie du sie mit dem CLEAR-Prozess in die Verantwortung bringst und 7 Anti-Drama-Sätze für den Führungsalltag.

Drama Kings & Queens - so funktionieren sie

Drama-Kings und-Queens gibt es in zwei typischen Versionen:

  • Die toxischen Performer machen einen super Job, nutzen ihre Leistung aber als „Ausrede“ für unproduktives, negatives Verhalten. Sie halten sich für die Besten und vergiften die Stimmung, indem sie andere herabwürdigen. So wie Lina.
  • Das ewige Opfer sind meist Mitarbeitende mit wackeliger Performance. Werden sie kritisiert, verweisen sie auf persönliche Belastungen oder äußere Umstände, positionieren sich als Opfer und reagieren passiv-aggressiv, wenn es um Leistungsprobleme geht. So wie Tom.

So unterschiedlich das Verhalten ist  – beide Typen nutzen geschickt die Drama-Dynamik. Indem sie in die Opfer- oder Verfolger-Rolle gehen, schieben sie uns in die Retter-Rolle. Wir übernehmen die Verantwortung, der sie sich entziehen. Rückdelegation vom Feinsten.

Toxischer Performer in der Verfolger-Dynamik

Schauen wir Linas Beispiel an: Weil Jonas, ihr Lead, ihre Leistung braucht, hält er sie bei Laune – „Wir brauchen die Umsätze, das Feedback muss warten.“ Damit spricht er sie von Verantwortung frei und wird zum Retter.

Die Teamstimmung kippt, immer mehr Kollegen verstummen: „Warum sollen wir was sagen, wenn sie uns immer wieder vorführt?“ Gibt Jonas schließlich Feedback, dreht Lina den Spieß um und macht sich selbst zum Opfer: „Alle sind gegen mich.“

Der Ton wird schärfer.Jonas pendelt zwischen Retter („Ich übernehme den heiklen Pitch.“) und genervtem Verfolger („So geht das nicht weiter!“). Das Drama-Karussell läuft auf Hochtouren.

Lina zeigt die typischen Verhaltensmuster im Verfolger-Modus:

  • Personalisierung statt Sache: Abwertungen („naiv“, „verstehst du nicht“), Statusspiele („Ohne mich geht nichts“).
  • Taktung dominieren: Unterbrechen, Monologisieren, Agenda-Hijacking.
  • Hinter Performance verstecken: „Was wollt ihr denn, ich liefere doch ...“
  • Selbstanteil leugnen: Schuld zuweisen, Sinn der Diskussion in Frage stellen.
  • Sich zum Maßstab machen: Nur eigene Leistung zählt. Erklärt anderen ihren Job.

Und so sehen die Frühwarnsignale aus:

  • Meetings: Spürbare Freeze-Momente nach den Beiträgen des toxischen Performers; das Team verstummt zunehmend.
  • 1:1: Feedback wird als „dein Bias“ abgetan; Beobachtungen gelten als „deine Meinung“.
  • E-Mail/Slack: CC-Bombing, spitze Formulierungen, Forderungen ohne A/B-Vorschlag.
  • Output: Schnelle, aber wenig wirksame Entscheidungen; wenige Alternativen, viele Einwände; Wissenshorten zur Absicherung.
  • Teamklima: Zynische Witze, „Ich halt mich raus“-Sätze, Rückzug anderer in Meetings.

Ewige Opfer in der Opfer-Dynamik

Ähnlich bei Tom: Seine Lead Karen will helfen – sie springt ein, übergibt Aufgaben ans Tech-Team, übernimmt Eskalationen: „Ich kläre das für dich, damit du Luft bekommst.“ Die perfekte Retterin.

Auch hier kippt dieStimmung: Die Entwickler wollen nicht ständig Feuerwehr spielen. „Der liefert eh nur unausgegorene Story Points - da können wir es gleich selbst machen.“ Man umgeht Tom, stimmt sich direkt mit Karen ab. Als es Karen reicht, kippt Tom vom Opfer in den Verfolger: „Kaum wird es schwierig, lässt du mich hängen.“

Der Ton wird härter, Karen wechselt – erst ins Retten („Okay, ich schreibe noch mal …“), dann genervt in den Verfolger („Jetzt reicht’s – so arbeiten wir nicht weiter!“). Wieder ein Drama-Karussell, das sich immer schneller dreht.

Typische Verhaltensmuster der ewigen Opfer:

  • Ohnmachtsnarrativ: „Da kann ich nichts tun“, „Die anderen blockieren mich“, „Ich werde gemobbt.“
  • Rückdelegation: Eskalationswünsche statt Optionen – die Führung soll klären.
  • Risikovermeidung: Ausweichen, Warten, Deadlines schieben mit Begründungen.
  • Diffuse Verantwortung: Unklare Next Steps, fehlende Commitments.
  • Gefühle vor Fakten: Es geht um Kränkung statt um Daten und Lösungen.

Und die wichtigsten Frühwarnsignale:

  • Meeting: Viele Fragen, wenige Vorschläge; Aufgaben bleiben „zwischen den Stühlen“.
  • 1:1: Fokus auf Hindernisse, kaum nächste Schritte; Bitten um „Eskalation“ durch dich.
  • Email/Slack: Lange Nachrichten ohne Entscheidungsvorlage; frühe Eskalation, wenig Vorbereitung.
  • Output: Viele Verschiebungen, hohe Abhängigkeit von Ausnahmen/Sonderwegen; „busy“ ohne sichtbaren Fortschritt.
  • Teamklima: Feuerwehr-Gefühl, Umgehungsrouten entstehen (man spricht über, nicht mit).

Das Drama-Karussell

Diese Drama-Dynamiken sehe ich in vielen Teams. Nur selten werden toxische Performer und ewige Opfer systematisch und zügig identifiziert – geschweige denn konsequent in die Verantwortung geführt.

Im Gegenteil: Häufig stabilisieren Führungsdynamiken das Karussell – und feuern es weiter an.

  • Performance-Schild: Ergebnisse zählen, Verhalten gilt als „nice to have“.
  • Unvollständige Vereinbarungen:  Niemand wird wirklich zur Verantwortung gezogen.
  • Unklare Rollen/Prozesse/Strukturen/Regeln: Es ist zu leicht, durchs Netz zu rutschen.
  • Vermeidung & People Pleasing: Kurzfristige Harmonie schlägt langfristige Kultur.
  • Diagnosen statt Daten: Zuschreibungen und Unterstellungen; Verhaltensqualität wird nicht gemessen.
  • Retter-Falle der Führung: Mitarbeiter werden geschützt, Fehlverhalten wird ausgebügelt.

Erkennst du dich oder dein Umfeld darin wieder? Und was kannst du tun, damit das Drama-Karussell gar nicht erst Fahrt aufnimmt?

Volle Verantwortung mit dem CLEAR-Prozess

Das Drama zu erkennen – und nicht weiter anzuheizen – ist nur der erste Schritt.
Noch wichtiger: Bringe dein Teammitglied klar und deutlich in die Verantwortung. Oder – wenn das nicht gelingt – trenne dich davon.

Drama-Kings und -Queens haben in deinem Team nichts zu suchen. Entweder sie übernehmen Verantwortung – oder sie verlassen das Team.

Dorothea von Wichert-Nick

Nutze dafür den CLEAR-Prozess in fünf Schritten:

Schritt 1: Clarify

Gib klares Feedback inklusive deiner Verhaltenserwartung. Nutze z. B. das SBI-Format (Situation–Behavior–Impact). (Hier mehr dazu)

„Gestern im Jour-fixe (S) hast du Anna 2× unterbrochen und ‚Unsinn‘ gesagt. Das hat mich gebremst und das Team verunsichert. Meine Erwartung an dich: Klar in der Sache und respektvoll im Ton.

  • Do: Beobachtbar, konkret, ohne Etiketten. Klare Erwartung formulieren.
  • Don’t: „immer/nie“, Diagnosen, Gruppenmeinungen („alle finden …“).

Schritt 2: Loop

Sichere mit Rückfragen ab, dass dich dein Gegenüber wirklich verstanden hat:

„Mir ist wichtig, dass mein Feedback wirklich bei dir ankommt. Was hast du verstanden? Kannst du mir das mit deinen eigenen Worten wiedergeben? Was habe ich beobachtet? Was hat das mit mir gemacht?“

Frage so lange nach, bis auch der Impact verstanden ist. Diese Technik heißt „Loopen“.  Ein gutes Signal für den Erfolg ist ein Satz wie: „Es tut mir leid, dass es dir so geht. Das habe ich nicht gewollt.“

  • Do: So lange loopen, bis das Verständnis spürbar ist – auch wenn das anstrengend ist. Wichtig: Verstehen heißt nicht zustimmen
  • Don’t: Ein schlichtes „Ja“ auf ”Hast du mich verstanden?“ akzeptieren.
  • RED FLAG:  Gegenüber weigert sich, sein Verständnis zu spiegeln. Ohne die Bereitschaft zum Verständnis ist keine Entwicklung möglich.

Schritt 3:  Empower

Bring den Betroffenen in die Verantwortung für seine Weiterentwicklung:

„Nachdem klar ist, worum es mir geht: Mach bitte einen Vorschlag, wie du dein Verhalten künftig entwickelst. Nenne 2–3 Maßnahmen und wie wir den Erfolg messen. Lass uns einen Zeitplan mit regelmäßigen Reviews festlegen.“

  •  Do:
    • Konkret: „Was genau willst du tun? Was brauchst du von mir? “
    • Messbar: „Woran erkennen wir den Fortschritt?“
    • Rhythmus: „Wann reviewen wir?“ → „Wöchentlich 10 Min. Check-in; Day-30 Review.“
  • Don’t: Vage Maßnahmen, keine Messbarkeit, kein Review-Plan.
  • RED FLAG:  Halbherziger Plan; keine eigenen Schritte ableitbar.

Schritt 4 -  Agree

Haltet eine knappe, einseitige Vereinbarung fest – inklusive Konsequenzen bei Nichteinhaltung. (Hier zum Führen mit Konsequenzen):

„Wenn du A (Einhaltung) lieferst, mache ich A′ (Vertrauen rauf, Projekte/Beförderung wieder on). Wenn du B (weiter so) wählst, mache ich B′ (formelle Schritte, Themenstopp, ggf. Rollenprüfung). Du entscheidest über dein Verhalten – ich halte unsere Vereinbarung.“

  • Do: Klare (Schriftliche) Vereinbarung – nutze dieses Mini-Template
    • Titel: „Entwicklungsplan [Name]“, Datum
    • Maßnahmen (2–3)
    • Messung (1–2)
    • Check-ins: Weekly 10 Min., Day-30 Review
    • Start/Ende Testphase
    • Konsequenzen
    • Unterschriften: Mitarbeiter:in/Führung
  • Don’t: Ungenaue Verabredung, fehlende Konsequenzen
  • RED FLAG:  Unterschrift wird verweigert.

Schritt 5 - Review

Fehlt nur noch der letzte Schritt: Nachhalten der Vereinbarung und ggf. Umsetzen der Konsequenzen. Wöchentliche kurze Reviews, einmal im Monat längere Feedback-Session. Klare Message: „Du entscheidest über dein Verhalten – ich halte unsere Vereinbarung.“

Im besten Fall wandelt sich der Drama-King oder die -Queen zu einem wertvollen Teammitglied und alles ist gut. Falls nicht, habt ihr die Klarheit: So geht es hier nicht weiter.

  • Do: An den vereinbarten Fahrplan halten, Ampelcheck des Verhaltens.
  • Don’t: Nachhalten fehlt, Konsequenzen werden nicht durchhalten
  • RED FLAG:  Keine Entwicklung, Review-Termine werden verschoben.

Top 7 Drama-Moves – und deine Gegenmittel

Drama-Kings und -Queens sind oft wahre Meister der Manipulation. Sie wissen genau, wie sie Verantwortung an dich und das Team zurückschieben. Ihr (meist unbewusstes) Ziel: in der Opfer- oder Verfolger-Rolle bleiben – und keine Verantwortung übernehmen.

Egal, wie gut du den CLEAR-Prozess vorbereitet hast: Rechne damit, dass sie versuchen, dich immer wieder ins Drama zurückzuziehen.

Hier die 7 häufigsten Drama-Moves – so reagieren Drama-Kings und -Queens auf deine Führungsversuche, so es dich ins Drama, und so konterst du mit einem Empower-Move:

Performance-Schild 🛡️

  • Move:„Ohne mich steht und fällt Q4“,  „Ich liefer doch...“  
  • Drama-Sog: Du rutscht in den Retter („Ich schone ihn…“) oder Verfolger („Jetzt reicht’s!“).
  • Empower-Move: „Lieber XX, Erfolg = Ergebnis × Verhalten. Heute sprechen wir über dein Verhalten und nicht über deine Leistung.“

Schuldzuweisung 👉

  • Move: „Das echte Problem sind die anderen/Prozesse/HR…“
  • Drama-Sog: Du wirst zum Retter des „Systems“ und steigst in das übergreifende Thema ein. Das eigentliche Thema geht unter.
  • Empower-Move: „Heute klären wir dieses Verhalten und seine Wirkung. Die anderen Themen können wir gerne parken und getrennt angehen.“

Gegenangriff (Defensiv-Aggression) ⚔️

  • Move: „Du interpretierst mich falsch“, „Das ist dein Bias.“
  • Drama-Sog: Du verteidigst dich - und schon bist du im Opfer.
  • Empower-Move: „Ich beschreibe konkrete Beobachtungen und meine Wirkung. Mir ist wichtig, dass du verstehst. Verstehen ≠ Zustimmen. Also: Was hast du gehört?““

Tränendrüse 😭

  • Move:„Alle sind gegen mich“, „Ihr seid herzlos – ich habe privat X.“
  • Drama-Sog: Du tröstet und entlastet dein Gegenüber und wirst wieder zum Retter; Willkommen in der Rückdelegation.
  • Empower-Move: „Ich habe Verständnis. Aber lass uns heute Person & Verhalten trennen. Was ist dein konkreter Schritt, um das zu lösen?“

Beweislast-Umkehr 📊

  • Move: Endlose Daten-Duelle, um Entscheidung zu vertagen.
  • Drama-Sog:  Du diskutierst dich fest, wirst selbst zum Verfolger oder resignierst.
  • Empower-Move: Wir entscheiden heute auf Entwurfsniveau. Nenne zwei Optionen und deine Empfehlung – wir testen 30Tage und reviewen dann.“

Ausnahme-Fischen  🎣

  • Move: Grenze testen, Sonderbehandlung erzwingen.
  • Drama-Sog: Du wirst zum Retter und gehst auf die Ausnahme ein, oder zum genervten Verfolger.
  • Empower-Move: „Wir halten den Standard – dir zuliebe und dem Team zuliebe. Ausnahmen gibt es nur, wenn wir gemeinsame einen klaren, starken Vorteil sehen.“

ÖffentlicheEskalation 🌀

  • Move: Großverteiler, spitze Formulierungen, Bühne erzwingen.
  • Drama-Sog: Du „rettest“ oder „strafst“ öffentlich - das Dramakarussell nimmt weiter Fahrt auf.
  • Empower-Move: „Ich ziehe das ins 1:1 (heute 15:00). Fasse dein Feedback dann in drei Sätze zusammen: Beobachtung, Wirkung, alternativer Vorschlag. Danach entscheiden wir.“

Zurück zu Lina und Tom

Drama-Kings und -Queens kosten Fokus, Vertrauen und Energie.

Der Erfolgsfaktor: Die Muster früh erkennen. Und die betreffenden Kollegen mit dem CLEAR-Prozess konsequent wieder in die Verantwortung bringen. Dabei klar machen: Verhalten zählt genauso wie Ergebnis.

Mit diesem Verständnis haben meine Coachees Klarheit gegenüber Lena und Tom geschaffen:  

Bei Lina hat der Wink mit dem Zaunpfahl gewirkt: Klarer Rahmen, Looping, Vereinbarung – sie hat Verantwortung für ihr Verhalten übernommen und sich sichtbar weiterentwickelt. Die Stimmung im Team entspannt sich zusehends.

Tom dagegen blieb im Opfermodus. Nach klaren Reviews und verfehlten Zusagen folgte die Trennung. Schwer – aber genau richtig. Als das Thema durch war, waren alle spürbar erleichtert, und das Team gewann an Fokus und Geschwindigkeit.

Unser Takeaway: Gebe dem Drama keine Bühne. Identifiziere Fehlentwicklungen frühzeitig. Formuliere klare Erwartungen, achte auf eine messbare Entwicklung, und ziehe die Konsequenzen falls es nötig ist – so schützt du eure Kultur und eure Performance.

 

TL;DR

  • Drama Kings & Queens lösen bei uns einen Retter-Reflex aus und entziehen sich damit geschickt der Verantwortung für ihr Verhalten. Mit diesem Verhalten sind sie Sprengstoff für jedes Team.
  • Toxische Performer gehen im Drama-Dreieck in die Verfolgerposition und wehren damit die persönliche Verantwortung ab. Typisches Verhalten: Personalisierung statt Sache, Taktung dominieren, hinter Performance verstecken, Selbstanteil leugnen, sich zum Maßstab machen.
  • Ewige Opfer gehen im Drama-Dreieck in die Opferrolle und warten auf Hilfe bzw. delegieren Verantwortung effektiv zurück. Typisches Verhalten: Ohnmachtsnarrativ, Rückdelegation, Risikovermeidung, diffuse Verantwortung, Gefühle vor Fakten, Feuerwehr-Effekt im Team.
  • Diverse Führungsdynamiken stabilisieren das Drama: Performance-Schild, Unvollständige Vereinbarungen, Unklare Rollen/Prozesse/Strukturen/Regeln, Vermeidung & People Pleasing, Diagnosen statt Daten, Retter-Falle der Führung.
  • Gegenmittel: CLEAR-Prozess
    • Clarify: Konkretes SBI-Feedback + Verhaltenserwartung.
    • Loop: Verständnis spiegeln lassen (Verstehen ≠ Zustimmen).
    • Empower: Eigener Maßnahmenplan mit Messkriterien.
    • Agree: Schriftliche Vereinbarung + Konsequenzen.
    • Review: Kurz-Reviews, Konsequenzen durchziehen
  •  7 typische Drama-Taktiken können effektiv mit Empower Moves beantwortet werden: Performance-Schild, Schuldzuweisung, Gegenangriff, Tränendrüse, Beweislast-Verschiebung, Ausnahme-Fischen, öffentliche Eskalation.

Und nun zu dir!

  • Sehe ich bei mir im Team Drama-Kings & -Queens und wie gehe ich bisher mit ihnen um?
  • Welche Frühwarnsignale sehe ich im Team – und wie reagiere ich heute darauf?
  • Wo rutsche ich (noch) in die Retterrolle – und stabilisiere damit ungewollt das Drama?
  • Habe ich mit meinen Kollegen eine klare Vereinbarung inkl. Konsequenzen – oder verlasse ich mich auf implizite Erwartungen?

Hier gibts mehr dazu…

Raus aus dem Alltags-Drama!  Wir hassen sie alle: Köchelnde Konflikte. Kleine Dramen mit den immer gleichen Rollen. Lerne sie zu verstehen und brich selbstbewusst aus.

Ein gutes Feedback ist ein Feed Forward: Gutes Feedback ist wie ein kleines Coaching und bringt euch einen gewaltigen Schritt nach vorne. So geht es!

Klare Konsequenzen – Geheimwaffe der effektiven Kommunikation. Du hast deinem Kollegen schon x-mal gesagt, dass dich sein Verhalten stört. Aber nichts passiert. Lerne, mit Klaren Konsequenzen endlich aus dem diesem Drama auszubrechen.

Leading my Team