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DER VOLATE LEADERSHIP-BLOG

Gutes Wachstum fängt mit den richtigen Impulsen an

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10 Thesen für mehr Leichtigkeit

Leichtigkeit ist kein Luxus – sie ist dein Erfolgsrezept. Zehn Impulse für Leader, die wirken wollen, ohne sich aufzureiben.

10 Thesen für mehr Leichtigkeit10 Thesen für mehr Leichtigkeit

Summertime, and the livin‘ is easy...

Sonntagmorgen. Ich sitze mit einer Tasse Tee in der Morgensonne. Höre die Vögel zwitschern - ein unglaubliches Konzert, immer wieder brummt eine Hummel an mir vorbei. Über die Straße das leise Ploppen der Tennisbälle.

Ich bin einfach da. Im Moment.

Und beschließe diesen Newsletter eines der wichtigsten - und gleichzeitig schwierigsten Themen unserer Transformation vom getriebenen Macher zum reifen Leader zu widmen.

Die Leichtigkeit

Kaum ein Thema triggert hart arbeitende Unternehmer und Leader mehr.

  • „Dann kann ich ja gleich zu einem GenZ werden.“
  • „Wie soll das gehen - leicht und Unternehmertum? Das passt einfach nicht zusammen!“

In diesem Blogartikel liest du, warum das nicht nur möglich, sondern sogar absolut nötig ist.

Der Adler – Symbol starker Führung

Als Kind wollte ich Falknerin werden. Ich war fasziniert von Greifvögeln – ihrer Kraft, ihrer Ruhe in der Luft. Heute ist der Adler das Logo meiner Firma Volate (lateinisch: „Fliegt!“). Und mein innerer Kompass im Coaching.

Denn der Adler ist das perfekte Bild für herausragende Führung.

Wenn ein Adler startet, braucht er immense Kraft. Die ersten 50 bis 70 Meter kämpft er sich mit kräftigen Flügelschlägen in die Höhe.

Aber: Der Adler ist ein schwerer Vogel. Würde er einfach so weitermachen, wäre seine Energie schnell erschöpft.

Die wirklichen Höhen – bis zu 300 Meter und mehr – erreicht er nur, weil er irgendwann aufhört zuschlagen und beginnt, sich von der Thermik tragen zu lassen.

Er spürt feine Veränderungen in der Luft. Er sucht den Aufwind. Er lässt sich tragen – höher und höher. Nicht trotz, sondern durch die Leichtigkeit.

Der Adler ist kein Muskelprotz, der sich die Höhe erkämpft. Wahre Flughöhe erreicht er erst, wenn er die Leichtigkeit zulässt.

Und genau hier liegt die Parallele zu starker Führung: Die meisten Unternehmer:innen und Führungskräfte versuchen viel zu lange, ihre Organisation mit purer Anstrengung nach oben zu bringen.

Ihr unausgesprochener Leitsatz:
„Ich bin nur gut, wenn ich der härteste Arbeiter im Raum bin.“

Doch wer dauerhaft nur mit Kraft führt, verliert den Blick fürs Ganze – und am Ende sich selbst. Er trifft auf eine unsichtbare Grenze: Das Upper Limit – den Punkt, an dem reine Anstrengung nicht mehr weiterhilft.

Wahre Führung beginnt dort, wo du Leichtigkeit zulässt.

Das Foto zeigt mich auf einem Adlerspaziergang mit einer Falknerin – ein zutiefst bewegender Moment. Die Kraft dieses Tieres zu spüren, hieß auch: die Kraft der Leichtigkeit in mir selbst zu spüren.

These #1: Wir kommen aus dem Kampf

Ambitionierte Menschen wie wir tragen eine besondere Stärke in sich. Doch diese Stärke kommt selten aus Leichtigkeit – sondern aus dem Kampf. Viele von uns haben schon früh Widrigkeiten, Kämpfe und Konflikte überstanden.

Unsere prägende Lebenserfahrung: „Ich muss kämpfen, um es zu schaffen.“

Und das tun wir – mit unglaublichem Einsatz. Wir beweisen uns. Wir haben eine enorme Energie, extremen Biss und sind hochkompetente Problemlöser. Das ist die Sonnenseite unserer Erfahrungen.

These #2 Die unkomfortable Komfortzone

Doch es gibt auch eine Schattenseite. Wer im Kampf groß wird, gewöhnt sich an den Kampf. Wir gewöhnen uns daran, das alles schwer und anstrengend ist. Das alles auf uns lastet. Das wir uns immer hart antreiben müssen.

So lange, bis es sich richtig und sicher anfühlt – gerade, wenn es anstrengend ist.
Und falsch, wenn es leicht wird.

Willkommen in der unkomfortablen Komfortzone. Vertraut, aber mit hohen Kosten verbunden. Denn sie kostet Klarheit, Kraft und Verbundenheit. Genährt wird sie von inneren Glaubenssätzen wie:

  • „Ich muss alles allein schaffen.“
  • „Ich darf keinem zur Last fallen.“
  • „Ich muss immer perfekt funktionieren.“
  • „Ich bin nur wertvoll, wenn ich hart arbeite.“

Das perfide daran: Diese Überzeugungen machen uns stark – und halten uns gleichzeitig klein. Denn sie lassen uns in einer Schleife aus Stress, Druck und Selbstverzicht feststecken.

Wir inszenieren immer wieder denselben Kampf –
weil wir glauben, nur so erfolgreich zu sein.

Und so beschreiben meine Coachees dieses Gefühl:

  • „Ich fühle mich schlecht, wenn ich einen leeren Kalender habe.“
  • „Ich traue mich nicht mehr, vom Gas zu gehen.“
  • „Ich weiß, dass es anders geht. Aber mein System kennt nur Druck.“

Diese unbewusste Dynamik ist der unsichtbare Gegner vieler starker Leader: Ein inneres System, das nie gelernt hat, Leichtigkeit zu genießen.

These #3: Anstrengung ist Erfolgs-DNA der ersten Jahre...

Das Problem dabei: In der Anfangsphase unserer Laufbahn ist Anstrengung nicht nur normal – sie ist genau richtig. Mit großem Einsatz und harter Arbeit beweisen wir unseren Wert.

Bei Gründern und Gründerinnen zeigt sich das besonders deutlich: Du bist das Unternehmen. Herz, Hirn, Motor, Steuerungseinheit. Nichts bewegt sich ohne dich. Dein Team? Eher deine zusätzlichen Arme und Beine – wie bei der indischen Göttin Durga. Was du nicht selbst anstößt, passiert nicht.

In dieser Phase ist das völlig normal und ok.

In klassischen Organisationen läuft es ähnlich: Führungskräfte, die Karriere machen, starten nicht mit Beziehung oder Strategie. Sondern mit abliefern. Karriere machen die, die mehr stemmen. Mehr wissen. Mehr können. Mehr Verantwortung übernehmen, als sie eigentlich müssten.

All das funktioniert – eine Zeit lang. Wir sind leistungsstark, energiegeladen, schnell. Wir werden gebraucht. Wir sind erfolgreich. Und jeder Erfolg bestätigt unser Glaubenssystem: Nur große Anstrengung bringt Wirkung.

Und so entsteht Schritt für Schritt eine Falle.

Denn: Unsere Anstrengung wird immer mehr zum Anker unserer Identität. Zum Beweis der eigenen Bedeutung: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich mich verausgabe.“

Dummerweise hat diese Strategie Grenzen...

These #4: ... und wird dann zu Upper Limit

Das Upper Limit ist die unsichtbare Schwelle in uns – die innere Grenze dessen, was wir uns unbewusst an Erfolg, Wirksamkeit und Leichtigkeit zugestehen.

Solange wir im Machen sind, funktioniert vieles. Aber irgendwann wird genau das, was uns stark gemacht hat, dysfunktional.

  • Wer immer alles allein schaffen will, nutzt die Power seines Teams nicht.
  • Wer perfekt funktionieren will, ist ständig damit beschäftigt, keine Schwäche zu zeigen.
  • Wer niemandem zur Last fallen möchte, macht sich selbst zum Bottleneck.
  • Und wer sich nur über harte Arbeit definiert, hat keine Zeit für das, was wirklich trägt: Beziehung.

Ich kenne diese Dynamik aus eigener Erfahrung. In meiner Beratungszeit bin ich mit Energie, Willenskraft und Disziplin Schritt für Schritt vorangekommen. Jede Herausforderung gemeistert. Jedes Ziel erreicht. Always on, immer leistungsbereit.

Aber je weiter ich kam, desto zäher wurde es. Die Erfolge wuchsen – aber die Leichtigkeit schrumpfte.

Und dann sagte einer der Partner einen Satz, der mich bis heute begleitet:

„Du wärst noch viel besser, wenn du es leichter angehen würdest.“

Damals konnte ich mit diesem Satz nichts anfangen. Heute weiß ich: Wenn es um die Führung größerer Organisationen geht, gelten andere Spielregeln.

Was du in Phase 1 deiner Karriere oder eures Unternehmensaufbaus brauchst, ist nicht das, was dich in Phase 2 trägt.

These #5: Der Job des CEOs braucht Leichtigkeit

Heute ist mein Kalender leerer – aber meine Wirkung tiefer. Klingt erstmal paradox, ist aber essenziell:

Top-Level-Führung braucht Leichtigkeit. Und nirgendwo ist das so spürbar wie im Job des CEO. Denn: Je höher du kommst, desto weniger geht es um das, was du tust – und desto mehr um das, was du ermöglichst.

Ein CEO ist kein Macher, sondern ein Ermöglicher. Kein Motor – sondern Thermik-Gleiter. Und dafür brauchst du innere Ruhe, klare Prioritäten – und die Fähigkeit, nicht alles selbst zu tun.

Lass uns kurz durch die sieben Aufgaben eines CEOs gehen – und warum Leichtigkeit in jeder einzelnen davon entscheidend ist:

  • Strategisch führen
    braucht Klarheit, Fokus – und das Vertrauen, dass Tiefe mehr zählt als Tempo.
  • Organisation ausrichten
    heißt: Strukturen und Prozesse schaffen, die wie ein gut geölter Motor laufen. Ohne Reibung, ohne Kontrollzwang.
  • Leadership-Team bauen
    erfordert Beziehung, Zeit, Reibung. Du brauchst Präsenz – nicht Mikromanagement.
  • Investoren gewinnen
    gelingt durch ruhige Überzeugungskraft. Nicht durch Dringlichkeit oder Getriebenheit.
  • Board managen
    braucht Haltung. Souveränität. Den Mut, auch mal nicht alles erklären zu müssen.
  • In der Welt verankern
    heißt: Ausstrahlen statt erklären. Auftreten statt antreiben.
  • Selbstentwicklung
    heißt: Dir Raum zu nehmen für Reflexion, Selbstkontakt und neue Perspektiven.

All das gelingt nicht im Autopilot-Modus. Es braucht Leichtigkeit – weil nur sie dir den Raum gibt, wirklich zu führen.

These #6:  Strategie braucht Raum

In meinen Coachings sehe ich es immer wieder: Leader, die sich nach Raum für Strategie sehnen – aber in ihren 12- bis 14-Stunden-Tagen kaum die Chance haben, klar zu denken.

Und wenn sie diesen Raum dann endlich schaffen, passiert oft etwas Unerwartetes: Sie fühlen sich unwohl. Nicht, weil zu viel los ist – sondern weil es plötzlich so ruhig wird. Denn in einer Welt, in der ständige Aktivität mit Wirksamkeit verwechselt wird, fühlt sich Klarheit verdächtig an. Fast so, als hätte man zu wenig geleistet.

Ein Klient von mir - nennen wir ihn Alex - hat das gerade erst erlebt.

In den letzten Monaten hatte er nahezu Unmenschliches geleistet. Führungsteam neu aufgestellt, Prozesse geordnet, Investoren überzeugt – ein Kraftakt. Irgendwann war alles erledigt. Die Ziele waren erreicht. Sehr erfolgreich sogar. Doch zurückblieb: Leere.

Er nahm sich eine Woche Auszeit. Kein Empfang. Kein Team. Kein Zoom. Nur er, ein Notizbuch - und die große Frage: Was ist unser Weg? Am Ende dieser Woche kam er mit sieben Sätzen zurück. Klar. Konzentriert. Essenziell.

Und trotzdem sagte er: „Dorothea, ich habe nicht wirklich was geschafft!“ 🫣

Sein System suchte nach Output, nach Erschöpfung, nach Anstrengung. Aber was er geleistet hatte, war keine Hektik – sondern Klarheit.

Zeit für ein klares Reframing. Denn eigentlich war das Gegenteil wahr:

„Sieben Sätze, die alles tragen– das ist keine Schwäche. Das ist Führungsarbeit pur.“

Strategiearbeit fühlt sich nicht an wie „Busy sein“. Sie fühlt sich oft leer an – weil sie Raum braucht. Weil sie nicht in der Hektik, sondern in der Tiefe entsteht.

Strategie entsteht nicht aus Aktivität. Sondern aus Stille.
Nicht aus Tempo. Sondern aus Denken.

These #7: Tiefe Beziehungen brauchen Zeit

Je weiter du in der Führung aufsteigst, desto weniger geht es um operative Entscheidungen –
und desto mehr um Menschen. Es geht um Vertrauen. Alignment. Resonanz.

Und all das entsteht nicht mal eben zwischen zwei Calls. Sondern im Zuhören. In der Präsenz. In der Beziehung.

Viele glauben, Beziehungsarbeit sei das weiche Zeug, das „auch noch gemacht werden muss“.
In Wahrheit ist sie das unsichtbare Fundament deiner Wirkung – im Unternehmen, gegenüber Investoren, dem Board und dem Markt.

Hör mal in Podcasts mitUnternehmern wie Hans Thomann, Reinhold Würth oder Dirk Rossmann hinein. Achte darauf, wie sie über ihre Mitarbeiter sprechen. Wie viel Zeit sie sich für denKontakt nehmen. Wie bewusst sie Beziehungen gestalten – zu Kunden, Lieferanten, selbst zur Konkurrenz.

Diese Art von Beziehung ist nicht „effizient“. Sie ist nicht skalierbar.
Aber sie ist der Stoff, aus dem Vertrauen entsteht. Denn Beziehungsarbeit braucht Raum. Und Leichtigkeit. Nicht Effizienz.

Sie ist nicht messbar –aber spürbar. Und macht oft den Unterschied zwischen oberflächlicher Zustimmung und echtem Commitment aus.

Wenn du willst, dass deine Stakeholder mitziehen, musst du dich zeigen. Nicht nur im Kalender –sondern im Kontakt. Doch damit das gelingt, brauchst du ein System, das dir diese Räume schafft – und dich nicht in der Hektik verschluckt.

These #8: Top-Organisationen laufen leicht

Schlechte Organisationen sind wie ein Hamsterrad: Ständig in Bewegung, ständig getrieben – aber ohne Richtung, ohne echte Fortschritte. Hochaktiv. Und hochgradig erschöpfend.

Gute Organisationen dagegen funktionieren wie ein Flywheel. Am Anfang braucht es Kraft, Energie, Ausdauer. Doch je öfter du anschiebst, desto leichter läuft es – bis es sich irgendwann fast von selbst trägt.

Der Unterschied? Gute Organisationen sind auf Leichtigkeit optimiert:

  • Prozesse, die Entscheidungen dorthin bringen, wo die relevanten Informationen zusammenlaufen.
  • Strukturen, die Klarheit schaffen und Handlungsspielräume definieren.
  • Rollen, die Energie freisetzen – statt sie zu blockieren.

Doch genau hier sabotieren viele Führungskräfte ihre eigene Wirkung. Sie tragen unbewusst ihren alten Glaubenssatz mit sich herum:

„Nur was hart ist, zählt.“

Und mit diesem Glaubenssatz streuen sie immer wieder Sand ins Getriebe. Kaum wird etwas leicht, wird es neu aufgesetzt. Kaum fließt es – wird es künstlich verkompliziert. Nicht, weil es nötig ist. Sondern weil sich Erfolg ohne Anstrengung nicht richtig anfühlt.

Eine gute Organisation macht das Richtige leicht.
Eine schlechte Organisation macht selbst das Richtige schwer.

Flywheel oder Hamsterrad– das ist kein Orga-Unterschied. Es ist ein Mindset-Unterschied.

Und dieser Unterschied beginnt nicht im Organigramm – sondern in dir: In deiner inneren Haltung zu Leichtigkeit und Erfolg.

Und genau hier liegt der blinde Fleck vieler Top-Leader: Sie halten sich für besonders leistungsbereit – sind aber gefangen in einer alten Idee von Leistung.

These #9: „Hart sein“ – ist kein Kompliment

Und damit sind wir zurück bei unserem Ausgangspunkt: Viele Führungskräfte haben ihr Selbstbild jahrelang an einem zentralen Satz ausgerichtet:

„Ich bin die oder der, der am meisten gibt.“

Sie sind die Ersten im Büro. Die Letzten im Call. Die, die alles schultern, alles lösen, alles halten. Und genau das wurde lange bewundert – sogar romantisiert.

„The hardest worker in the room.“ EinTitel. Ein Orden. Ein Ego-Stabilisator.

Aber irgendwann dreht sich dieses Skript um.

  • Denn wenn du alles selbst machst, kann nichts wachsen.
  • Wenn du „always on“ bist, entsteht kein Raum für andere.
  • Wenn du ständig kämpfst, wird Leichtigkeit unmöglich – in dir und in deiner Organisation.

Eine CEO sagte mir einmal nach einem langen Sprint:

„Ich habe mehr Pause als früher – aber die Erschöpfung kommt von woanders.“

Sie hatte noch nichtverstanden, dass die Anstrengung nicht mehr im Tun lag – sondern im inneren Widerstand gegen die Leichtigkeit.

Doch: Führung ist kein Kraftsport. Sie ist Raumhalten. Priorisieren. Präsenz. Strukturieren. Und: Loslassen.

Der härteste Arbeiter imRaum ist oft nicht der wirksamste. Sondern der, der am wenigsten delegiert, vertraut, priorisiert. Und sich selbst dabei still erschöpft.

Ich habe lange geglaubt, Leichtigkeit sei gefährlich. Heute weiß ich: Sie ist meine stärkste Kraft.

Was wäre möglich, wenn du dir erlaubst, nicht mehr zu kämpfen? Wenn Leichtigkeit kein Zufall ist – sondern dein neuer Maßstab?

These #10: Leichtigkeit ist  Ziel, nicht Belohnung

Viele Leader betrachten Leichtigkeit als die Belohnung, die irgendwann kommt. Nach der Arbeit. Nach dem Kampf. Nach dem Erfolg.

Sie denken: „Wenn ich erst mal genug geleistet habe, dann… kommt der Freiraum. Die Klarheit. Die Wirkung.“

Doch das Gegenteil ist wahr. Leichtigkeit ist kein Bonus.  Leichtigkeit ist das Ziel.

Und sie beginnt nicht irgendwann. Sondern in dem Moment, in dem du entscheidest: „Ich darf (und will) anders führen.“

  • Gute, nachhaltig erfolgreiche Unternehmen entstehen nicht aus Stress – sondern aus Klarheit.
  • Teams lassen sich nicht durch Kontrolle führen – sondern durch Vertrauen.
  • Deine Wirksamkeit wächst nicht mit deiner Präsenzzeit – sondern mit dem Raum, den du schaffst.
  • Was es dafür braucht, ist keine neue Methode. Sondern eine neue Haltung.
„Echte Leichtigkeit muss hart erarbeitet werden.“

Vom Kampf in die Leichtigkeit – wie geht das?

Echte, tragende Leichtigkeit entsteht nicht durch weniger Arbeit. Sondern durch eine bewusste Neujustierung deines inneren Betriebssystems.

Drei Schritte helfen dabei:

1. Die Ursache erkennen

Welche frühen Erfahrungen oder Glaubenssätze binden dich an die Anstrengung? Woher kommt dein Reflex, dass Erfolg schwer sein muss?

2. Die Realität prüfen

Wann warst du in deiner stärksten Wirksamkeit? Oft war es nicht im Kampf – sondern in der Klarheit, im Vertrauen, im Fluss.

3. Neu verkörpern

Starte bewusste Mini-Experimente aus einer Haltung der Leichtigkeit. Handle, führe, entscheide – anders. Und dann: Reflektiere. Wiederhole. Integriere.

Leichtigkeit ist kein Luxus. Sondern die Grundlage für Führung, die trägt.

Und nun zu dir!

  • Was fühlst du, wenn dein Kalender plötzlich leer wird? Entlastung – oder Schuldgefühl?
  • Wann warst du zuletzt richtig wirksam – und war das aus Anstrengung oder aus Leichtigkeit heraus?
  • Welche Situationen lösen in dir den Reflex aus: „Das darf nicht so leicht gehen“? Wo sabotierst du vielleicht unbewusst deinen Flow?
  • Welche Führungskompetenz würdest du sofort klarer leben – wenn du dir mehr Raum dafür nehmen würdest?
  • Was wäre anders, wenn dir Leichtigkeit nicht mehr suspekt wäre – sondern du sie als Führungsqualität anerkennst?
  • Wie sähe dein Arbeitsalltag aus, wenn er auf Leichtigkeit optimiert wäre – nicht auf Abarbeitung?

Hier gibts mehr dazu…

Das Upper Limit: Deine heimliche Erfolgsbremse. Erfolg – und plötzlich läuft’s nicht mehr? Entdecke, wie du dein Upper Limit erkennst, durchbrichst und das Leben führst, das wirklich zu dir passt.

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Spiele das unendliche Spiel

Viele spielen auf Sieg. Doch was, wenn der wahre Erfolg im unendlichen Spiel liegt? Entdecke, was dich wirklich trägt – als Unternehmer, als Leader und als Mensch.

Eine Coachee – nennen wir sie Alexa – sitzt mir im Office gegenüber.
Der Blick leer. Die Hände umklammern ihre Teetasse, als wäre sie das Letzte, was ihr noch Halt gibt.

„Ich hab alles auf diesen einen Moment gesetzt. Und jetzt fühlt sich alles sinnlos an.“

Alexa ist brillant. Klug. Engagiert. Sie hat ein großartiges Team aufgebaut, Top-Investoren überzeugt, alles gegeben.

Ihr Ziel war klar: „Der Exit. Ein paar Jahre durchackern – dann endlich frei sein. Zeit fürs Leben haben.“

Doch das Ziel rückte nicht näher. Im Gegenteil: Es entfernte sich. Denn kein Start-up läuft nach Plan. Und mit jeder Woche ohne Durchbruch: Mehr Selbstzweifel. Mehr Druck. Mehr Erschöpfung. 😰

Das ist das Dilemma des endlichen Spiels.

Wir richten unsere ganze Energie auf ein Ziel in der Zukunft: Funding. Exit. Finanzielle Freiheit.
Den Moment, an dem sich alles endlich leicht anfühlen soll.

Doch bis dahin? Rennen wir, machen Druck, funktionieren. Wir handeln nicht aus Klarheit – sondern aus Hoffnung auf Erlösung. Wir führen nicht – wir treiben uns hart an.

Und wenn das Ziel ins Stocken gerät, verlieren wir nicht nur unsere Orientierung. Wir verlieren uns selbst.

🔒 Das endliche Spiel ist eine selbstgewählte Grenze.
Ein Upper Limit, das sagt: „Bis hierhin muss ich es schaffen – erst dann bin ich wertvoll, sicher, frei.“

Aber was, wenn genau diese Grenze zur inneren Glasdecke wird? Was, wenn sie nicht nur unseren Erfolg – sondern unsere eigentliche Größe sabotiert?

Es ist Zeit für einen anderen Blick auf deine Ziele. Einen Wechsel der Perspektive:
Weg vom endlichen Spiel. Hin zum unendlichen Spiel.

In diesem Blogartikel erfährst du,
✨ was das unendliche Spiel wirklich bedeutet –
🧭 und wie es dich zu echter Führung und innerer Freiheit führt.

Endliches vs. unendliches Spiel

Simon Sinek stellt in seinem Buch „The Infinite Game“ eine provokante These auf:

„Es gibt zwei Arten von Spielen im Leben: Endliche Spiele – und unendliche Spiele.“

Endliche Spiele folgen klaren Regeln. Es gibt einen definierten Gegner, ein festgelegtes Ziel – und das Spiel endet, sobald jemand „gewinnt“.

Dieses Denken prägt viele Startups und Unternehmen:

  • Die exitorientierte Gründung.
  • Das kompromisslose Verdrängen von Wettbewerbern.
  • Das Durchreichen von Firmen von einem Investor zum nächsten.

Hier regiert die Uhr: Wer ist schneller? Wer skaliert härter? Wer „gewinnt“ zuerst?

Kurzfristig kann das funktionieren. Aber langfristig führt es oft zu Leere, Instabilität oder Überforderung. Führung wird taktisch. Top-down. KPI-gesteuert. Entscheidungen folgen kurzfristigen Anreizen – selbst, wenn sie langfristig schaden.

Und gesamtwirtschaftlich?

Auch dort wirken endliche Spiele verführerisch effizient. Aber sie sie schaffen keine stabilen Märkte.
Sie erzeugen Hype-Zyklen, die in sich zusammenbrechen, massive Kapitalverbrennung und gesellschaftliche Kollateralschäden – wie man sie etwa bei Scooter-Startups oder Lieferdiensten beobachten konnte. Gewinner gibt es wenige – die Kostentragen oft viele.

Eine Wirtschaft aus endlichen Spielen erzeugt Gewinner – aber kein stabiles Spielfeld.
Eine Wirtschaft aus unendlichen Spielen sichert das Spielfeld – und damit Zukunft.

Unendliche Spiele funktionieren fundamental anders.

Sie haben kein Ende, keine festen Gegner, kein abgeschlossenes Ziel.

Hier geht es nicht darum, zu gewinnen – sondern darum, langfristig im Spiel zu bleiben. Zu gestalten. Zu wirken. Zu wachsen. Etwas Nachhaltiges und Großes zu schaffen – idealerweise auf eine Weise, die Sinn stiftet.

In der Unternehmenswelt zeigt sich das unendliche Spiel beim Aufbau von Familienunternehmen, in missionsgetriebenen Geschäftsmodellen oder in einer konsequenten Investition in Innovation, Kultur und Menschen.

Deutschland hat eine reiche Tradition solcher Unternehmer. Hör mal rein in Podcasts von Unternehmern wie Reinhold Würth, Hans Thomann oder Bastian Fassin und Tobias Bachmüller (Katjes) oder Dirk Rossmann.

Was sie verbindet, ist mehr als eine Strategie – es ist eine Haltung: Mission statt Konkurrenz, Vertrauen statt Taktik, Qualität statt Hype.

Sie setzen auf Differenzierung statt Verdrängung. Sie schaffen herausragende Produkte, die echten Bedarf decken. Ihre Verantwortung endet nicht bei den Aktionären – sondern schließt Mitarbeitende, Kunden und Gesellschaft mit ein.

Sie führen dienend – nicht herrschend. Und sie investieren langfristig: in Bildung, in Forschung, in Kultur. Oft ohne unmittelbaren ROI – aber mit nachhaltiger Wirkung.

Ihre Innovationen entstehen nicht aus Kalkül, sondern mit langfristiger Perspektive. Sie bauen nicht auf Exzesse – sondern auf Stabilität, Vertrauen und Anpassungsfähigkeit.

Das Ergebnis?

Resiliente Organisationen mit einer starken Unternehmenskultur. Hoher Innovationskraft. Echter Verantwortung. Nicht laut – aber dauerhaft wirksam. Nicht nur wirtschaftlich erfolgreich – sondern gesellschaftlich wertvoll.

Sie machen klar:

Das unendliche Spiel ist kein Ziel.
Es ist eine Haltung.

Wer es spielt, ist nicht getrieben von Status oder Geschwindigkeit – sondern von einem inneren Ruf. Dem Wunsch, etwas zu hinterlassen, das trägt – auch wenn man selbst längst nicht mehr dabei ist.

Die Wahl zwischen endlichem und unendlichem Spiel prägt nicht nur dein Unternehmen.
Sie verändert dich. Und alles, was du gestaltest.

Deine innere Haltung entscheidet

Denn das Spiel, das du als Unternehmerin oder Unternehmer spielst, ist nicht einfach nur irgendeine Strategie. Es ist Ausdruck deiner inneren Haltung.

Viele meiner Coachees – brillante Gründer:innen, Top-Führungskräfte, Menschen mit Vision – erzählen mir irgendwann das Gleiche wie Alexa:

„Ich habe so lange auf dieses Ziel hingearbeitet. Und jetzt fühlt es sich leer an.“
Oder: „Ich strenge mich so an – und doch komme ich mir vor wie in einem Hamsterrad.“

Das ist kein persönliches Scheitern. Es ist die natürliche Folge des endlichen Spiels.

Wir starten mit Energie und klaren Zielen: Karriere. Top-Position. Exit.  Doch irgendwann kippt etwas. Die Luft wird dünner. Die Motivation täglich schwerer.

  • Das Ziel rückt immer weiter weg. Die Finanzierungsrunde platzt, die Beförderung bleibt trotz harter Arbeit aus.
  • Das Ziel wird erreicht - und bringt doch keine Erfüllung. So viele Gründer fallen nach ihrem Exit in ein Loch.

Nicht, weil sie versagt hätten – sondern weil sie in ein Spiel geraten sind, das ihren Wert an eine konkrete Leistung koppelt.

Wenn wir unser Selbstwertgefühl an ein enges Ziel koppeln – Exit, Funding, Position – setzen wir uns selbst unter eine unsichtbare Decke.

Das endliche Spiel verspricht schnellen Erfolg, Anerkennung, Sicherheit. Doch unter der Oberfläche wirkt ein tiefer, oft unbewusster Antreiber: Ein innerer Beweisdruck, den viele seit ihrer Kindheit kennen.

  • „Ich muss etwas erreichen – sonst bin ich nichts wert.“
  • „Ich muss ganz nach oben – um eine alte Geschichte zu überschreiben.“

Dieser Beweisdruck endet nicht mit dem erreichten Ziel – ersucht sich sofort ein neues. Ziele, die im Außen glänzen, aber innerlich selten nähren. Ziele, die aus dem Vergleich entstehen: Wo stehe ich im Verhältnis zu anderen?

Der äußere Wettbewerb wird vom inneren Peitschenmann angetrieben. Schneller, höher, weiter – nie ist es genug. So rennen wir von Meilenstein zu Meilenstein: Die nächste Runde. Die nächste Bewertung. Die nächste Schlagzeile. Die Orientierung liefern meist andere: Investoren, Benchmarks, Vorbilder.

„Finite players play to beat the people around them.
Infinite players play to be better than themselves.“
Simon Sinek

Dieses Spiel kannst du nur mit äußerster Disziplin, Druck und Tempo durchhalten. Doch im Inneren wächst die Leere. Konflikte entstehen. Die Identität wird brüchig. Erschöpfung droht. Oder Überdrehen.

Wie tödlich das endliche Spiel sein kann, beschreibt Viktor Frankl in seinem Buch „…trotzdem Ja zum Leben sagen“.

Im KZ Auschwitz beobachtete er zwei Arten von Hoffnung:

  • Die einen klammerten sich an ein konkretes Datum – etwa Weihnachten, an dem die Amerikaner angeblich kommen sollten. Sie lebten auf dieses endliche Ziel hin. Doch als es verstrich, zerbrach ihr Lebenswille. Der Sinn wich – und mit ihm die Kraft zu überleben.
  • Die anderen hielten sich nicht an einem Datum fest – sondern an ihrem Lebenstraum, an dem Was sie danach gestalten wollen. Sie wussten nicht, wann – aber sie wussten wofür. Und genau das hielt sie lebendig.

Und wie fühlt sich das unendliche Spiel an?

Ganz anders. Hier geht es nicht um Exit oder Erfolg – sondern um Sinn und Wirkung.

Menschen, die dieses Spiel spielen, sind innerlich anders verankert.

Sie fragen nicht: „Was muss ich tun, um zu beweisen, dass ich es wert bin?“

Sondern: „Wer bin ich – und was will durch mich in diese Welt?“

Ihr Antrieb kommt von ihrem Innersten: aus ihrer Geschichte, ihrer Erfahrung, ihrer Vision. Sie bauen Unternehmen nicht, um möglichst schnell rauszugehen – sondern um etwas zu schaffen, das bleibt. Etwas, das größer ist als sie selbst. Etwas, das auch dann noch ihre Werte lebt, wenn sie längst weitergezogen sind.

Im Coaching brachte es ein Unternehmer jüngst so auf den Punkt:

„Mein Lebenszweck hängt nicht vom Geld ab.
Mein Ziel: Ein richtig geiles Unternehmen schaffen, nachhaltig auf allen Ebenen. Cut the Bullshit. Gemeinsam etwas Großartiges schaffen: Geile Produkte, Kunden, Markt, Systeme. Mit großem Spaß für alle.“

Im unendlichen Spiel ist die Arbeit kein Preis, den du zahlen musst, um später irgendwann gut zu leben. Arbeit ist Leben. Ausdruck deiner Lebendigkeit.

Aus dem getriebenen „Ich muss“ wird ein klares: „Ich will-  und ich werde.“

Diese Haltung macht frei. Da ist kein innerer Peitschenmann mehr, der dich antreibt. Sondern Resonanz und Freude am Wirken.

Es ist das unglaubliche Glück, am richtigen Ort zu sein. Das tiefe Gefühl: Ich tue, was ich tun soll.

Nenn es Flow, oder Berufung. Auf jeden ist es eine neue Energie. Nicht der angespannte Druck, der aus einem Mangelgefühl erwächst, sondern die innere Flamme deiner eigenen Mission.

Es entsteht Raum – für Kreativität. Für Verbindung. Für echte Beziehungen. Für Entscheidungen, die man nicht nur trifft, sondern trägt.

Du spürst:
Ich bin Teil von etwas, das größer ist als ich – und trotzdem durch mich wirkt.

Das unendliche Spiel ist kein Ziel. Es ist ein Weg. Ein innerer Kompass.
Und wahrscheinlich die tiefste Form von unternehmerischer Freiheit, die wir je erleben können.

Und genau das war der Wendepunkt in unserer Coaching-Session mit Alexa.

Eben noch erschöpft, lehnt sie sich zurück. Für einen Moment ist alles still. Und dann sagt sie – fast flüsternd:

„Ich will einfach nur ein gutes Unternehmen bauen. Eins, auf das ich wirklich stolz bin. Egal wie lange es dauert.“

Kein Exit. Keine Deadline. Kein Druck, der von außen kommt.

Sondern ein Weg, der trägt – und verändert.

 

Welches Spiel spielst du – wirklich?

Vielleicht ist jetzt der Moment, dein eigenes Spiel zu hinterfragen. Die folgende Übung hilft dir, genau dort hinzuschauen:

Welches Spiel spielst du gerade –wirklich?

Was ist der wahre Motor hinter deinen Entscheidungen, deinem Tempo, deinen Zielen?
Diese Reflexionsübung hilft dir, deine derzeitige Haltung ehrlich zu beleuchten – und erste Impulse für Veränderung zu erkennen.

Schritt 1: Dein aktuelles Spiel

Lies jede Aussage in Ruhe durch. Spür hin. Was trifft spontan auf dich zu?

TypischeDenkweisen im endlichen Spiel

  • Ich messe Erfolg vor allem an Zahlen: Exit, Bewertung, Umsatz, Funding.
  • Ich arbeite oft unter Druck – als würde alles an mir hängen.
  • Ich fühle mich oft abhängig von Erwartungen: Investoren, Markt, Umfeld.
  • Ich habe das Gefühl, „noch etwas beweisen“ zu müssen.
  • Ich frage mich manchmal: Was kommt eigentlich nach dem nächsten Ziel?
  • Ich vergleiche mich oft mit anderen – in Leistung, Tempo oder Status.
  • Ich habe das Gefühl, ständig getrieben zu sein.
  • Ich optimiere Entscheidungen häufig für kurzfristige Wirkung.

Typische Haltungen im unendlichen Spiel

  • Ich baue etwas, das größer ist als ich – mit Blick auf Langfristigkeit.
  • Ich treffe Entscheidungen, die sich mit meinen Werten decken – auch wenn sie nicht sofort auszahlen.
  • Ich spüre in meinem Tun einen echten Sinn – unabhängig von Ergebnissen.
  • Ich messe Erfolg auch an Sinn, Beziehungen und Entwicklung.
  • Ich führe, um Menschen zu entwickeln – nicht nur, um Ziele zu erreichen.
  • Als Unternehmer gilt meine Verantwortung nicht nur dem Unternehmen, sondern auch der Gesellschaft.
  • Ich empfinde meine Arbeit als Ausdruck meiner Persönlichkeit, nicht als Kraftakt.
  • Ich nehme mir bewusst Raum für Reflexion, um aus der Tiefe statt reaktiv zu führen.

Schritt 2: Zwischenfazit – ohne Urteil

Schau auf deine Häkchen – und dann auf dich.

Notiere 1–2 Sätze:

  • So führe ich aktuell mein Spiel:
  • Was daran fühlt sich stark und stimmig an– was erzeugt Druck oder Reibung?

Schritt 3: Dein unternehmerischer Kompass

Stell dir vor, du baust nicht nur ein Unternehmen. Sondern ein Spielfeld, auf dem du und andere wachsen können.

Frage dich:

  • Was will ich mit meinem Unternehmen schaffen?
  • Welche Entscheidungen sind Ausdruck meiner Überzeugungen – nicht nur meiner kurzfristigen Ziele?
  • Was würde ich anders machen, wenn mein Unternehmen auch in 50 Jahren noch Bestand haben sollte?

Und zum Schluss: Formuliere eine Leitfrage, die dich künftig im Alltag begleitet – z. B.

„Würde ich diese Entscheidung auch treffen, wenn ich noch 20 Jahre Teil des Spiels bin?“
oder
„Was bedeutet Erfolg für mich – jenseits der KPI?“

 Viel Spaß beim Umsetzen.

Key Take Aways

Viele Unternehmer starten mit klaren Zielen: Exit, Marktführerschaft, finanzielle Freiheit.
Doch diese Ziele entpuppen sich oft als eine innere Glasdecke, die uns blockiert statt zu befreien.

Das endliche Spiel:

  • folgt klaren Regeln, festen Gegnern, einem Ziel und einem „Sieg“
  • erzeugt kurzfristigen Erfolg, aber auch hohen Druck, innere Entkopplung und Erschöpfung
  • ist oft an äußere Erwartungen und Beweisdruck gekoppelt
  • endet mit Leere – oder dem nächsten Ziel

Das unendliche Spiel:

  • folgt einem inneren Ruf statt äußeren Benchmarks
  • baut auf Sinn, Langfristigkeit und echter Verbindung
  • schafft Unternehmen mit Resilienz, Kultur und nachhaltiger Wirkung
  • schenkt innere Freiheit, Kreativität – und tiefe unternehmerische Freude

Dein unternehmerisches Spiel ist ein Spiegel deiner Haltung.

Die Frage ist nicht:
Wie schnell kann ich wachsen?

Sondern:
Was darf durch mich entstehen, das bleibt?

Hier gibts mehr dazu…

Das Upper Limit: Deine heimliche Erfolgsbremse. Erfolg – und plötzlich läuft’s nicht mehr? Entdecke, wiedu dein Upper Limit erkennst, durchbrichst und das Leben führst, das wirklichzu dir passt.

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Jekyll, Hyde & Ich. So kapert Stress dein Führungs­verhalten

Was tun, wenn dein Stress-Ich übernimmt? Entdecke, wie du dich selbst besser führst – und auch in stürmischen Zeiten verbunden und klar bleibst.

Jekyll, Hyde & Ich – wie Stress dein Führungs-verhalten kapertJekyll, Hyde & Ich – wie Stress dein Führungs-verhalten kapert

„Ich erkenne mich nicht wieder.“ 🫣

Das dachte ich neulich nach einem Meeting, in dem ich völlig überreagiert habe. Scharf im Ton. Unfair im Urteil.

Nicht mein Bestes-Ich.

Und doch: Es war ich – nur eben mein Stress-Ich. Getrieben, unter Druck, auf Autopilot.

Kennst du solche Momente, in denen du vor dir selbst erschrickst? Wo du genau spürst: So will ich nicht sein – aber gerade bin ich’s doch.

Mich erinnern diese Momente immer an eine Novelle von Robert L. Stevenson: Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Dr. Jekyll ist eigentlich ein Guter, doch er spürt, dass er eine dunkle Seite hat. Aus Neugierde gibt er seinem Alter Ego Raum und wird am Ende von ihm überrollt.

So wie wir, wenn unser Stress-Ich übernimmt – und das Bestes-Ich nur noch zusehen kann.

In diesem Blogartikel erzähle ich,

  • warum uns Stress zu einer anderen Version unserer selbst machen kann,
  • was im Gehirn dabei genau passiert,
  • und wie du bewusst zurück in dein Bestes-Ich findest – auch mitten im Sturm.

Mit dabei: ein klares Modell, echte Reflexionsfragen – und ein Weg, wie du auch unter Druck kraftvoll führen kannst.

Jekyll oder Hyde?

Kennst du die Geschichte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde?

Ein großartiger Psychotriller von Robert L. Stevenson.

Dr. Jekyll ist Arzt und geschätztes Mitglied der Londoner Gesellschaft. Schon lange ist ihm bewusst, dass sich in seinem guten Ich auch eine düstere Seite versteckt. Von seiner Forscherneugierde getrieben, entwickelt er ein Gift, mit dem er seine dunkle von seiner hellen Seite abspalten kann.

Ein Glas von diesem Gifttrunk und schon wird er zum „Monster“ Mr. Hyde. Hyde ist das totale Gegenteil des freundlichen und tugendhaften Jekyll: hässlich, düster, bösartig, aggressiv, gewalttätig. Als Hyde lebt Jekyll die dunkle Seite seines Ichs aus.

Das Dumme dabei: Das Experiment läuft aus dem Ruder. Jekyll kann seine dunkle Seite nicht mehr kontrollieren. Er begeht Selbstmord, um zu verhindern, ewig Hyde zu bleiben.

Super spannende Geschichte! Aber warum erzähle ich das hier?

Jekyll und Hyde leben in jedem von uns

Die Geschichte ist deshalb so packend, weil sie ein tiefes psychologisches Phänomen beschreibt, das wir alle kennen – besonders in stressigen Phasen unseres (Führungs-)Alltags.

Ich mache regelmäßig 360-Grad-Feedbacks mit Führungskräften. Und sehe dabei immer wieder das gleiche Muster: In ein und derselben Person zeigen sich zwei vollkommen gegensätzliche Versionen – wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde.

Da gibt es dieses Bestes-Ich – eine Beschreibung, die oft so klingt, als hätte man einen echten Leadership-Leitstern vor sich:

  • mitreißend, inspirierend, fröhlich,
  • zugewandt, vertrauensvoll, verbindlich,
  • neugierig, klug, kreativ,
  • klar und differenziert in Feedback,
  • scharfsinnig, prioritätenstark, strategisch,
  • selbstreflektiert und offen für Fehler.

In diesem Zustand gestalten wir aus einem inneren Freiraum heraus. Wir sind präsent, lösungsorientiert, offen. Die Realität fühlt sich freundlich an – wie ein Partner, mit dem wir etwas gestalten können. Genau das ist die Qualität, die wir in der Führung brauchen. Und die wir auch selbst so gern leben würden.

Und dann ist da noch... Mr. Hyde

So strahlend das Beste-Ich beschrieben wird – genauso deutlich zeigt sich oft auch das Gegenteil. In denselben Feedbacks, für dieselben Menschen. Als hätte jemand den Schalter umgelegt.

Da ist plötzlich ein anderes Ich zu sehen:

  • schroff, unfair, launenhaft,
  • distanziert, verletzend, zynisch,
  • beißend, ungeduldig, ungnädig,
  • abwesend, zerstreut, mikromanagend,
  • wenig kritikfähig, schnell im Schuld zuweisen.

Kein schönes Bild. Aber es sind echte Rückmeldungen. Worte, die andere Menschen genutzt haben, um ihre Führungskraft zu beschreiben – wenn sie im Stress ist.

Dieses Stress-Ich ist reaktiv, getrieben, eng. Es taucht auf, wenn innere Bedürfnisse unerfüllt sind. Wenn wir überfordert, enttäuscht oder verletzt sind. Dann wird aus einem klaren Gespräch ein innerer Kampf. Wir hören nicht mehr wirklich zu, sondern senden. Wir sind nicht mehr in Beziehung, sondern im Modus „Funktionieren“. Alles wird persönlich – und gleichzeitig seltsam unnahbar.

In diesen Momenten stecken wir wie in einem inneren Film. Einer, dessen Drehbuch wir nicht mehr kontrollieren. Und in dem die anderen plötzlich nur noch Nebenrollen spielen – und wir vor allem unsere Schattenseiten leben.

Willkommen, Mr. Hyde.

Bis du das Unbewusste bewusst machst, wird es dein Leben lenken – und du wirst es Schicksal nennen.
C.G. Jung

Stress – das geheime Gift

Wie in Stevensons Geschichte gibt es auch in uns eine Substanz, die uns von Jekyll zu Hyde werden lässt. Kein flackerndes grünes Serum – sondern ein altbekannter Wirkstoff:

⚡️ Stress⚡️

Egal ob akuter Zeitdruck, schwelende Konflikte oder chronische Überlastung: Stress legt mit erstaunlicher Präzision unsere Schattenseiten frei. Er verwandelt kluge Leader in getriebene Mikromanager. Inspirierende Visionäre in zynische Kritiker.

Ein Blick in unser Gehirn zeigt, warum das so ist – und was das mit unserer Selbstführung zu tun hat.

Das innere Trio: Reptil, Säuger, Mensch

Unser Gehirn besteht – stark vereinfacht – aus drei evolutionären Schichten, die alle mitspielen, wenn wir führen:

  • Der Hirnstamm: Unser ältestes Erbe – das Reptilienhirn. Es regelt unsere Überlebensfunktionen wie Atmung, Herzschlag und Blutdruck. Sein Motto: Lebe oder stirb.
  • Das limbische System: Das emotionale Zentrum – zuständig für Gefühle, Triebe, Affekte. Hier entstehen Bindung, Wut, Angst, Lust. Motto: Kämpfen, fliehen oder unterwerfen.
  • Der präfrontale Cortex: Unsere Schaltzentrale für alles „Menschliche“ – Selbstreflexion, Empathie, Sprache, Zukunftsplanung, soziale Intuition. Motto: Ich denke, also bin ich.

Solange wir entspannt sind, arbeiten alle drei Hirnbereiche harmonisch zusammen. Wir sind wach, kreativ, empathisch. Unser „langsames Denken“ – wie Daniel Kahneman es nennt – ist aktiv. Wir wägen ab, wir gestalten, wir führen.

Dann sind wir unser Bestes-Ich. Jekyll in Hochform.

Und unter Stress?

Wenn uns Stress trifft – ob durch äußere Anforderungen oder innere Trigger – schaltet das System um. Der präfrontale Cortex wird energetisch „heruntergefahren“. Unser rationales Gehirn geht offline. Dafür übernimmt der Überlebensmodus.

Der Körper macht sich kampfbereit: Atmung schneller, Pulshoch, Tunnelblick an. „Schnelles Denken“ übernimmt: impulsiv, binär, reaktiv. Die Welt wird eng und bedrohlich. Wir sehen weniger Optionen – und mehr Gegner.

Und genau dann zeigt sich: Mr. Hyde ist kein Monster von außen, sondern ein ganz natürlicher Teil unseres Selbst – geboren aus Stress, Überforderung und Verletzlichkeit.

Zurück zu Dr. Jekyll – aber wie?

Dass Mr. Hyde in uns auftaucht, ist nicht das Problem - es ist eine natürliche Stress-Reaktion, geboren aus einem tiefen, uralten Schutzbedürfnis. Entscheidend ist, wie lange er bleibt – und wie bewusst wir die Rückkehr zu unserem Bestes-Ich gestalten können.

Selbstmord, wie bei Stevenson, ist natürlich keine Option. Aber eine andere Form von Entscheidung ist möglich: Die Entscheidung, uns selbst besser führen zu lernen. Gerade in stressigen Zeiten.

Die gute Nachricht: Resilienz – also die Fähigkeit, auch unter Druck klar, kraftvoll und verbunden zu bleiben – ist keine angeborene Gabe. Sie ist erlernbar.

Der Weg dorthin? Drei kraftvolle Schritte:

Drei Schritte zu deinem Besten-Ich

🧠 1. Bemerken – Werde dein eigener Beobachter

Bevor du etwas verändern kannst, musst du es erkennen.

  • Wie werde ich, wenn mein Stress-Ich übernimmt?
  • Wann genau passiert die Verwandlung?
  • Was triggert dein Stress-Ich?
  • Wie fühlt sich mein Körper in diesen Momenten an?
  • Was sind die ersten negativen Gedanken, die sich melden?

Hol dir Feedback von Menschen, denen du vertraust. Bitte sie, dich auf liebevolle Weise darauf aufmerksam zu machen, wenn sie bemerken: Jetzt wird’s eng bei dir. Das ist kein Zeichen von Schwäche – sondern ein Zeichen echter Führungsreife.

🛑 2. Bremsen – Raus aus dem Affekt, rein in die Präsenz

Wenn du den Wandel bemerkst: Stoppen. Bewusst werden. Kurzanhalten.

Entscheiden: Ich bleibe jetzt stehen und renne nicht weiter in mein Stress-Ich hinein.

Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.
Viktor Frankl

Dein Ziel ist es, vom schnellen ins langsame Denken zurück zu wechseln. Vom Tunnelblick in den Weitwinkel. Dafür brauchst du Energie – und einfache Tools, die du im Alltag einsetzen kannst:

  • drei tiefe, bewusste Atemzüge,
  • eine kurze Bewegungseinheit (ja, auch im Büro!),
  • Eine Minute lang die Anspannung aus dem Körper schütteln.
  • 60 Sekunden ans Fenster gehen und bewusst in die Ferne schauen,
  • ein Gespräch mit einem Menschen, der dich wiederauflädt.

Und langfristig: Achte auf dein Energiemanagement. Finde deine Kraftquellen – und kenne deine Energie-Lecks. Nur wer aufgeladen ist, kann auch andere mit Energie versorgen.

🔁 3. Besser machen – Entfalte dein inneres Stress-Navi

Frag dich: Warum genau stresst mich das hier gerade?

Muss wirklich alles perfekt sein? Muss es jetzt sein? Muss ich es allein lösen?

Manchmal hilft es, die inneren Stimmen bewusst zu konfrontieren. Und ihnen freundlich zu antworten: „Danke für deinen Einsatz– aber ich hab das im Griff.“

Du kannst dein Verhältnis zu Stress neu definieren. Du kannst lernen, ihn nicht als Gegner zu sehen, sondern als Signalgeber. Und du kannst dich Schritt für Schritt darin üben, mit mehr Leichtigkeit und Selbstmitgefühl durch Druckphasen zu gehen.

Und jetzt – du.

Vielleicht ist es gerade ein guter Moment, kurz innezuhalten. Dir selbst zuzuhören. Und dich zu fragen:

  • Wann warst du zuletzt voll und ganz in deinem Besten-Ich? Was hat dich dahin gebracht? Wie hat es sich angefühlt – in dir und im Raum?
  • Und wann hat sich dein Stress-Ich gezeigt? Was hat es ausgelöst? Wie hat dein Umfeld darauf reagiert?
  • Welche Signale sendet dein Körper, wenn du beginnst zu kippen? Und was hilft dir, in diesen Momenten zurückzufinden – zu Klarheit, Verbindung, Präsenz?
  • Welche kleinen Schritte könntest du heute schon gehen, um resilienter, bewusster, menschlicher zu führen?

Die Reise zum Bestes-Ich ist kein Ziel auf der Landkarte. Sie ist ein innerer Weg – oft unsichtbar, manchmal unbequem, aber immer lohnend. Und du gehst ihn nicht allein.

Wenn du magst, such dir einen Sparringspartner, eine Mentorin, einen Buddy auf Augenhöhe. Denn echte Entwicklung braucht nicht nur Willen, sondern auch Spiegel.

Bleib neugierig. Bleib verbunden. Und sei mutig genug, dein eigenes Licht nicht nur zu sehen – sondern es auch leuchten zu lassen.

 

Hier gibts mehr dazu…

Deine inneren Antreiber:  Stärken und Schatten. Unsere inneren Antreiber: Gleichzeitig Überlebensregeln, Superpower und Schatten. Lerne, wie sie dein Führungs- und Stressverhalten bestimmen.  

3 Schritte aus der Stressfalle. Verstehe den Stresszyklus deines Körpers und finde neue Möglichkeiten, deinen Stress gezielt zu reduzieren.

Raus aus dem Alltags-Drama! Wir hassen sie alle: Köchelnde Konflikte. Kleine Dramen mit den immer gleichen Rollen. Lerne sie zu verstehen und brich selbstbewusst aus.

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